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Interview mit YouTube-Grillmeister Am Baumkuchen gescheitert

Flammlachs, Känguru-Steak, Toffifee in Bacon - Klaus Glaetzner aus dem schwäbischen Vellberg ist Grill-Meister aus Leidenschaft. Auf YouTube folgen 60.000 Abonnenten seinen Tipps.

Klaus grillt

"Klaus grillt" auf YouTube

"Klaus grillt" - rund eine Million Views sammelt Klaus Glaetzner im Monat für seine Grill-Tipps ein. SWR-Moderator Andreas Herrler hat ihn gefragt, von was er sich bei seinen Rezepten inspirieren lässt?

Meistens irgendwo aus dem Kühlschrank. Plattgesprochen: Ich steh' vorm Kühlschrank und denke, Mensch was könnte man denn Schönes grillen und dann gucke ich, was ich so da habe und überlege mir, kann man's denn grillen oder kann man es nicht grillen. Und wenn man es nicht grillen kann, dann ist mein Ehrgeiz geweckt. Dann überlege ich mir, wie es geht und dann landet es auf dem Grill und wird verfilmt.

Sind Sie schon an irgendeinem Lebensmittel gescheitert und haben gesagt ok, damit kann ich nun wirklich nichts anfangen?

Ja, ich habe viele Stunden meines Lebens mit einem Baumkuchen verschwendet. Aber es lag nicht am Baumkuchen, sondern eher an meiner Fähigkeit mit Teig umzugehen.

Und so geht es dann in ihren Grill-Videos verständlicherweise überwiegend um Steaks, Haxen und sonstiges Fleisch. Wer sind denn so die Menschen, die ihnen folgen auf Youtube - sind das überwiegend eben Männer?

Ja, es sind so 96 Prozent Männer, die sich das anschauen - so irgendwo zwischen 14 und 64 Jahren. Der Frauenanteil ist leider gering. Aber ich denke immer - gut da haben die Männer mehr davon.

Sie stehen in engem Kontakt mit ihren Abonnenten und die wollen alles mögliche wissen. Was war denn so die außergewöhnlichste Frage, die Sie erreicht hat?

Verschiedene Fleischsorten werden fürs Grillen geschnitten (Montage)

Grillfleisch in allen Variationen

Die außergewöhnlichen Fragen sind immer: Ich habe so ein Stück Fleisch hier mir gekauft, was kann man denn mit machen? Da wird es immer knifflig, gerade, wenn es so Schmorstücke sind, die zum Grillen nicht geeignet sind. Dann muss ich den Leuten diplomatisch sagen 'sorry, du hast jetzt etwas gekauft. Das geht maximal zum Schmoren in einem Dutch-Oven, aber klassisch auf dem Grill wird das nichts'. Das finde ich immer die größte Herausforderung.

Sie haben ja mal angefangen als leidenschaftlicher Hobby-Griller. Einfach ein paar Videos auf Youtube hochgeladen. Jetzt haben Sie über 60.000 Abonnenten aus über 160 Ländern. Können Sie mittlerweile davon leben?

Nicht von YouTube allein, das wäre ganz ganz schwieriges Brot. Aber ich bin nebenbei noch auf Grill-Kursen unterwegs. Auf Promotion-Veranstaltungen von verschiedenen Grill-Herstellern. Und ich habe eine eigene Gewürzlinie am Start. Wobei die Rezepte auf meiner Homepage trotzdem noch öffentlich sind. Weil ich möchte, dass jeder nachsehen kann und einfach nur im Supermarkt einkaufen geht. Alles zusammen lässt mich die Summe so halbwegs über den Monat kommen.

Sie machen viele außergewöhnliche Dinge auf dem Grill. Was gibt es denn, was so einfach geht, schnell geht und trotzdem lecker ist?

Thüringer Rostbrezel, im Prinzip Nackensteaks vom Schwein, geklopft und schön dünn. Man mariniert sie mit ein bisschen Bier, mit ein bisschen Majoran, Salz und Pfeffer dazu, Senf dazu und Zwiebeln. Vielleicht noch ein bisschen Knoblauch, mischt das gut durch, lässt es über Nacht stehen. Am nächsten Tag einfach direkt auf den Grill legen und richtig schön von beiden Seiten dunkel angrillen.

Online: Peter Mühlfeit und Elke Harter