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In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird seit Ende Dezember gegen das Coronavirus geimpft. Hier finden Sie die aktuellen Impfzahlen.

Wie viele Menschen sind bereits geimpft?

Täglich kommen tausende Neugeimpfte hinzu. Für einen effektiven Impfschutz gegen das Coronavirus müssen bei den meisten bisher in Deutschland zugelassenen Impfstoffen zwei Impfdosen im Abstand von rund drei bis sechs Wochen verabreicht werden. Nur der Impfstoff von Johnson & Johnson benötigt eine Impfdosis pro Person. Hier können Sie die Entwicklung für Deutschland sowie für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz (mit Klick auf den Button) verfolgen:

Welcher Impfstoff wurde geliefert und verimpft?

Durch die verschiedenen Impfstrategien kommt es zu unterschiedlich starker Verwendung der Impfdosen in Deutschland.

Wie weit ist die Herdenimmunität entfernt?

R-Wert und 7-Tage-Inzidenz sind die Kennwerte, die die Pandemie-Politik lange bestimmt haben. Nun kommt ein weiterer wichtiger Wert hinzu: Die Impfquote. Sie besagt, wie groß der Anteil der geimpften Menschen ist.

Warum ist es wichtig, diese Impfquote zu erfassen? Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sei diese Quote für das zeitnahe Bewerten des Impfverhaltens, aber auch der "Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe essentiell".

Deshalb werden für jede Impfung pseudonymisierte Daten erfasst: Darunter das Datum der Impfungen, der verwendete Impfstoff, Alter, Geschlecht und Postleitzahl des Wohnortes der geimpften Person. Veröffentlicht wird allerdings nur ein Teil dieser Daten.

Um die Pandemie zu beenden, muss ein Großteil der Bevölkerung immun gegen das Virus werden, also durch eine vollständige Impfung oder eine durchgemachte Infektion und Impfung. Zu Beginn der Pandemie ging das RKI dabei noch von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung aus. Wegen ansteckenderer Virusvarianten wie der britischen B 1.1.7 geht das RKI inzwischen von einer benötigten Quote von über 80 Prozent aus. Ungeklärt ist allerdings noch, inwieweit eine Immunität die Übertragung des Virus unterbinden oder wenigstens reduzieren kann. Auch ist noch nicht klar, inwieweit sich Geimpfte und Covid-19-Genesene hinsichtlich der Gefahr einer weiteren Ansteckung unterscheiden. Deshalb berechnen wir fehlende Anteile bis zur Herdenimmunität derzeit nur auf Grundlage der Impfzahlen.

Wer wird zuerst geimpft?

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) hat für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus verschiedene Personengruppen empfohlen. Demnach sollten zuerst in der sogenannten "Stufe 1"

  • Bewohner*innen von Senioren- und Altenpflegeheimen,
  • Personen ab einem Alter von 80 Jahren
  • und Personal in der Pflege und in medizinischen Einrichtungen

geimpft werden.

In Stufe 2 und folgend sollen laut STIKO neben der nächstjüngeren Altersgruppe (75-79 Jahre) unter anderem auch Menschen mit bestimmten Beeinträchtigungen oder Vorerkrankungen zusätzlich geimpft werden. Außerdem umfasst die Stufe auch weitere besondere Berufsgruppen wie Polizist*innen, Lehrer*innen oder Erzieher*innen.

Mit Beginn der Impfungen in der Priorisierungsgruppe 3 im Frühjahr 2021 wurde die Priorisierung abhängig von Bundesland und der Verfügbarkeit einzelner Impfstoffe nach und nach aufgeweicht. Im Sommer soll laut Bundesgesundheitsminister Spahn jeder impfwilligen Person die Möglichkeit offenstehen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Die Gesamtsumme der Indikationen entspricht nicht der Gesamtsumme der Geimpften. Das heißt, dass auch Doppelnennungen und Impfungen ohne die vier genannten Indikationen möglich sind. Mitunter sind die Indikations-Werte der einzelnen Bundesländer deshalb nur bedingt vergleichbar.

Wo wird im Südwesten geimpft?

Die ersten Impfungen sollen vor allem in Impfzentren, in Alten- und Pflegeheimen mit Hilfe von mobilen Teams und in Kliniken am medizinischen Personal vorgenommen werden. Arztpraxen sollen folgen.

Aufgrund der derzeitig begrenzten Verfügbarkeit von nur einem Impfstoff wird in Baden-Württemberg zunächst in den Zentralen Impfzentren (ZIZ) geimpft. Anschließend sollen auch die Kommunalen Impfzentren (KIZ) in allen Stadt- und Landkreisen in Betrieb genommen werden.

In Rheinland-Pfalz gibt es 31 Impfzentren. Damit hat jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt einen startbereiten Standort für die Impfungen. Derzeit wird in Rheinland-Pfalz vor allem mit Hilfe der mobilen Teams in Alten- und Pflegeheimen geimpft.

Wie werden die Impftermine in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vergeben?

Baden-Württemberg nutzt für die Vergabe von Impfterminen die Infrastruktur des Bundes. Menschen aus Baden-Württemberg können sich so auf drei Wegen für die Impfung anmelden:

  • online auf www.116117.de
  • über die App "116117"
  • über die Telefonnummer 116 117

In Rheinland-Pfalz gibt es neben der Plattform impftermin.rlp.de eine Info-Hotline. Unter der Telefonnummer 0800 5758100 können sich Bürger*innen zu folgenden Zeiten informieren. Auch die Info-Hotline des Bundes (116 117) können Menschen in Rheinland-Pfalz nutzen.

Außerdem wird in beiden Bundesländern zunehmend in Hausarzt-Praxen geimpft. Hier ist eine individuelle Absprache nötig.

Welcher Impfstoff kommt zum Einsatz?

Zuerst wurde in Deutschland der mRNA-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech zugelassen. Er wird mit zwei Impfstoffdosen pro Person im Abstand von mindestens 21 Tagen verabreicht. Das Mainzer Unternehmen Biontech liegt insgesamt bei einem 95-prozentigen Immunschutz nach der zweiten Impfung - über alle Altersgruppen gemittelt.

Im Januar wurde als zweiter Impfstoff ein Produkt des US-Pharmakonzerns Moderna zugelassen. Der Impfstoff von Moderna liegt bei insgesamt 94 Prozent - nach der zweiten Impfung und über alle Altersgruppen gemittelt. Wie der Biontech-Impfstoff, muss auch dieser mRNA-Impfstoff in zwei Impfungen verabreicht werden. Darüber hinaus gibt es aber Unterschiede zwischen den beiden Impfstoffen.

Als dritter zugelassener Impfstoff kam der Impfstoff von AstraZeneca zum Einsatz. Aufgrund der Empfehlung der Ständigen Impfkommission wurde er nicht für die Impfung älterer Menschen eingesetzt. Im März wurde die Impfung mit dem Impfstoff in Deutschland zwischenzeitlich ausgesetzt.

Seit Ende April ist der Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson in Deutschland verfügbar. Anders als die bisher in der EU genutzten Impfstoffe benötigt Jansen nur eine Dosis für den vollständigen Impfschutz. Dieser liegt bei einer Wirksamkeit von etwa 65 Prozent in allen Altersgruppen (75 Prozent Schutz gegen schwere Verläufe).

Für die Impfstoffe von AstraZeneca und Janssen empfehlen die Ständige Impfkommission (STIKO) und das RKI derzeit einen Einsatz bei Personen ab einem Alter von 60 Jahren.

Das RKI geht davon aus, dass im Jahr 2021 weitere Impfstoffe gegen COVID-19 zugelassen werden.

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