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Die Vorwürfe, die EU sei bei der Zulassung eines Corona-Impfstoffes zu langsam, hat EU-Politiker Peter Liese zurückgewiesen. In SWR Aktuell erklärte er, die Zulassung laufe "zügig". Gründlichere Prüfung bedeute zusätzliche Sicherheit.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA geht davon aus, dass der Corona-Impfstoff von Pfizer und Biontech Ende des Jahres in der EU zugelassen wird. Dem Präsidenten der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, dauert das zu lange.

Reinhardt hatte am Morgen im Deutschlandfunk gesagt: "Ich glaube, dass das auch schneller gehen kann." Diese Aussage kritisierte Liese, der selbst Arzt ist: "Ich finde das nicht gut, wenn man hier spekuliert. (…) Ich habe mich mit den Zulassungsbehörden und mit der Firma Biontech in den letzten Wochen sehr intensiv unterhalten. Ich bin davon überzeugt, dass es zügig geht, aber dass wir dadurch eine zusätzliche Sicherheit bekommen."

Bessere Daten für die EU, Großbritannien geht höheres Risiko ein

Reinhardts Verweis auf Großbritannien, wo nach der Notfallzulassung die Impfungen bereits beginnen, widersprach Liese: "Herr Reinhardt liegt leider falsch. Es ist nicht so, dass die Briten die gleichen Daten hatten wie sie die europäische Arzneimittelagentur hat und haben wird." Durch eine längere und gründlichere Prüfung erreiche man mehr Sicherheit. Großbritannien gehe ein "höheres Risiko" ein. Auch weil bei der Notfallzulassung die Haftung vom Impfstoffhersteller auf den Staat übergehe.

Derzeit peilt die EMA den 28. Dezember als Zulassungstermin für den Impfstoff an. Liese sieht zumindest eine Chance, dass es doch etwas früher passieren könnte: "Ich hoffe das. Wenn alles klappt, dann kann das vor Weihnachten passieren. Dann ist das trotzdem eine höhere Qualität als das, was in Großbritannien passiert ist."

Nach aktuellen Umfragen wollen sich nur etwas mehr als die Hälfte der Deutschen impfen lassen. Es herrscht noch viel Unsicherheit über die Impfstoffe, die bald zugelassen sein könnten, zeigt der Beitrag aus dem ARD Mittags Magazin:

EU-weite Zulassung: Gleiche Voraussetzungen für alle

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat den etwas längeren Zulassungsvorgang in der EU verteidigt. Im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF wies er darauf hin, dass auch in Deutschland oder Frankreich eine Notfallzulassung der Corona-Impfstoffs möglich wäre: "Wir haben aber von Anfang an gesagt – auch für die kleineren und wirtschaftlich weniger starken Staaten in der EU – wir machen das zusammen mit allen 27. So ist sichergestellt, dass alle zum selben Zeitpunkt die ersten Dosen auch bekommen und jeder sich die auch leisten kann."

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