Ein Arzt impft eine Person. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Reise zum Impfstoff?

Erste Impfreisen – diese Risiken sollten Sie kennen

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In Deutschland kommt die Impfkampagne nicht voran. Ein norwegischer Reiseveranstalter macht sich diesen Impfstau zunutze und bietet Impfreisen nach Russland an.

In Deutschland sind Impfstoffe noch Mangelware. Auch wenn wieder mit AstraZeneca geimpft werden darf, wird es noch Monate dauern, bis alle Bürger ein Impfangebot bekommen werden.

Das Angebot des norwegischen Reiseveranstalters war schon vor Wochen angekündigt worden, jetzt werden die ersten Reisen zur Impfung auch vermarktet.

Reise mit russischem Impfstoff Sputnik V – bisher zwei Angebote

Die erste Möglichkeit ist, drei Wochen nach Russland zu reisen. Jeweils am Anfang und am Ende der Reise gibt es die Möglichkeit, sich in einer russischen Privatklinik impfen zu lassen. Eine Pflicht dazu besteht aber nicht. Der Veranstalter hat ein Beratungsgespräch mit russischem Arzt und deutschsprachigen Dolmetscher angekündigt. Reisende können sich vor Ort dafür oder dagegen entscheiden. In den Wochen zwischen beiden Impfungen wird ein Urlaub in Russland verbracht.

Wer nicht mehrere Wochen am Stück in Russland bleiben will, hat auch die Möglichkeit, zwei Kurztrips nach Moskau zu buchen. Nach der Ankunft finden am zweiten Tag das Beratungsgespräch mit dem Arzt und die Impfung statt. Anschließend bleibt man noch einen Tag zur Beobachtung in Moskau und fliegt am nächsten Tag nach Hause. Die Prozedur wird drei Wochen später wiederholt. Allerdings ist Russland derzeit von deutscher Seite als Corona-Risikogebiet eingestuft. Das bedeutet jeweils eine zehntägige Quarantäne ab Ankunft zurück in der Heimat.

Starttermin ist Anfang April – Kosten zwischen 2.000 und 3.000 Euro

Euro Geplanter Starttermin des Veranstalters ist der 8. April, wobei das zeitlich kritisch ist. Denn es werden eine offizielle Einladung und ein Visum für Russland benötigt. und da beträgt die Bearbeitungszeit standradmäßig etwa 30 Tage. Man müsste also ein Express-Visum beantragen, was doppelt so teuer ist, 130 Euro.

Dazu kommen die Kosten für Arzttermine, das sind etwa 100 Euro pro Termin, sowie die Reisekosten selbst. Flug, Hotel, Transfers und die gesamte Organisation mit den russischen Behörden kostet insgesamt 2.000 Euro für die Kurztrip-Variante und 3.000 Euro für die lange Reise.

Impfreise ist mit Risiken verbunden

Das Risiko besteht unter anderem darin, dass der russische Impfstoff Sputnik V verimpft wird, der in der EU noch nicht zugelassen ist. Die Europäische Zulassungsbehörde EMA prüft das Vakzin derzeit, das Ergebnis steht aber noch aus. Mehrere Länder setzen Sputnik V bereits ein, in der EU sind das Ungarn und die Slowakei.

In Deutschland hatte sich der Chef der Ständigen Impfkommission positiv über den Impfstoff geäußert. Auch Gesundheitsminister Spahn kann sich vorstellen, Sputnik V für Deutschland zu bestellen.

Wer die Impfung nicht verträgt, muss zur Behandlung in Russland bleiben, die Kosten dafür werden aber in der Regel nicht übernommen. Selbst wer eine Auslandskrankenversicherung hat, kann nicht auf eine Kostenübernahme hoffen.

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