Kirsten Tromnau (Foto: SWR)

Impfpflicht oder Lockdown. Ein Kommentar

Rechthaberei – fehl am Platz

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Die steigenden Corona-Zahlen verstärken die Debatte über eine Impfpflicht. Denn zu viele Menschen wollen sich nach wie vor nicht impfen lassen. Auch wenn es am Ende nur um Rechthaberei geht, meint Kirsten Tromnau.

Da kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln: Die Corona-Zahlen steigen von Tag zu Tag und erklimmen dabei einen neuen traurigen Rekord nach dem anderen. Die Kliniken kommen mehr und mehr an ihre Grenzen.

Impfung: Spritze in Arm (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sven Hoppe)
65 Prozent der derzeit nicht Geimpften wollen daran bis Mitte Dezember nichts ändern (Stand Mitte Oktober) picture alliance/dpa | Sven Hoppe

Dem aktuellen Corona-Verlauf zum Trotz lehnen immer noch sehr viele ungeimpfte Menschen in Deutschland eine Impfung ab. Es kann natürlich jeder über sich, seinen Körper und seine Gesundheit selbst entscheiden. Doch in diesem Fall gebieten es die derzeitige Corona-Situation und die Rücksicht auf die Gesundheit anderer Menschen, dass sich Ungeimpfte in einen freiwilligen Lockdown begeben oder sich doch noch impfen lassen.

Noch nicht einmal eine Covid-19 Erkrankung mit Krankenhausaufenthalt und anschließenden langen gesundheitlichen Problemen ändert die Meinung mancher Impfgegnerinnen und Impfgegner. Denn dann müssten diese einräumen, dass sie vorher im Unrecht waren. Das zeigt ein Bericht des Politikmagazins Report Mainz.

Impfung als letzte Chance

Daher empfinde ich die aktuelle Debatte um eine Impfpflicht als logische Konsequenz. Wir haben jetzt bald zwei Jahre lang an der Pandemie herumgedoktert. Wir haben immer noch keine durchschlagende Medizin gegen die Krankheit, nur die Möglichkeit der Prävention. Die Impfung für alle ist eine Chance, damit wir irgendwann wieder zu einem normalen Leben zurückfinden. Rechthaberei ist hier fehl am Platz.

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