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Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, hält die jetzt von der Bundesregierung beschlossene Grundrente für ein "beachtliches Zeichen". Im SWR Interview der Woche fordert er aber auch, die gesetzliche Rentenversicherung zu stabilisieren.

Diese Woche hat die Bundesregierung die Einführung einer Grundrente beschlossen. "Natürlich haben wir uns mehr versprochen", meint der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann. Es sei jedoch ein "beachtliches Zeichen", dass die Menschen am Ende ihres Arbeitslebens nicht mehr auf Grundsicherung angewiesen seien.

"Das ist auch Respekt vor der Lebensleistung der Menschen, die lange hart gearbeitet haben."

Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes

Das gesamte Interview der Woche mit dem DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann hören Sie hier:

Gesetzliche Rentenversicherung stabilisieren

Hoffmann plädiert dafür, die gesetzliche Rentenversicherung zu stabilisieren. So sollte man zum Beispiel das Rentenniveau nicht weiter absinken lassen. Gerade junge Menschen müssten die Sicherheit haben, im Alter eine auskömmliche Rente zu bekommen. Ansonsten bestehe die Gefahr einer "Delegitimation unserer sozialen Sicherungssysteme". Dies betreffe alle Erwerbstätigen - und nicht nur die Menschen, die bereits in Rente sind oder vor dem Renteneintrittsalter stehen.

Höhere Rentenbeiträge nicht ausgeschlossen

Das Rentenniveau ist bis 2025 festgeschrieben. Es beschreibt das Verhältnis einer durchschnittlichen Rente nach 45 Beitragsjahren zu einem Durchschnittsverdienst. 2025 gehen vermehrt Angehörige der geburtenstarken Jahrgänge in Rente. Im März will die Rentenkommission der Bundesregierung ihre Vorschläge vorlegen, wie die Rentenversicherung zukunftsfest gemacht werden könnte.

Für Hoffmann wäre es "eine ganz klare Perspektive", wenn das Rentenniveau über 2025 hinaus stabilisiert würde. Der DGB-Vorsitzende findet, man müsse sich davon verabschieden, "dass einige Menschen immer noch meinen, wir müssten weiter am Renteneintrittsalter schrauben". Dies sei "die völlig falsche Antwort".

Eine Stellschraube sei die Beitragshöhe - hier sei man offen für eine Erhöhung, wenn diese paritätisch von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gezahlt werde. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung müsse man auch über einen "Demographiebeitrag" nachdenken - "durchaus steuerfinanziert". Hoffmann glaubt, "ein so reiches Land wie die Bundesrepublik Deutschland" könne sich das auch leisten.

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