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Nach Ansicht von Landwirtschaftsministerin Klöckner braucht es neue Ansätze, um der Corona-Krise Herr zu werden. Im SWR Interview der Woche spricht sie auch über einen Systemwechsel in der Agrarpolitik.

Kritik übt Julia Klöckner (CDU) an den Corona-Konferenzen zwischen Bund und Ländern: "Diese Runde war gut zu Beginn der Pandemie, aber sie hat sich jetzt überholt, das merkt man", sagte sie im SWR Interview der Woche.

Konkrete Vorstellungen, wer das Corona-Management übernehmen soll, hat sie aber nicht. Man müsse das analysieren und zu einem Vorschlag zu kommen, sagt Klöckner, die viele Jahre die Opposition im rheinland-pfälzischen Landtag geführt hat. "Alle eint, sie wollen die Menschen schützen, aber auch eine Balance hinbekommen, Akzeptanz in der Bevölkerung."

Doch kaum seien die Ländervertreter zu Hause unter Feuer, "verabschieden sie sich von dem gemeinsamen Beschluss in Berlin".

"Was nicht geht, ist, dass die Länder sich hinter die Büsche schlagen. Und wenn was schlecht läuft, ist es immer der Bund."

Julia Klöckner

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Systemwechsel in der Agrarpolitik eingeleitet

Auf das Thema Agrarpolitik angesprochen, sagt die Landwirtschaftsministerin im SWR Interview der Woche: "Ich mute den Landwirten viel zu, nämlich die Umstellung hin zu mehr Nachhaltigkeit, mehr Tierwohl und auch mehr Umweltschutz…. Aber ich helfe ihnen, indem wir Anreize schaffen, indem wir ihnen Alternativen geben."

"Wir wollen mehr Umweltschutz, wir wollen mehr Klimaschutz, mehr Artenschutz, die jungen Landwirte fördern, die kleinen Betriebe stärker fördern", so Klöckner. "Wir haben einen Systemwechsel eingeleitet, ganz klar", sagt sie zur Umsetzung der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik. Es gehe um 4,9 Milliarden Euro, die deutsche Bauern aus Brüssel an Subventionen bekämen.

Fleisch ist "keine Ramschware"

"Wir müssen zeigen, dass beides geht - dass Bauern nachhaltig produzieren, aber davon auch leben können. Und wir Verbraucher es auch wertschätzen und uns fragen: Was ist es uns wert, wenn wir an der Ladenkasse stehen?"

An die Adresse von Discountern und Lebensmittelhändler sagt Klöckner: "Ich halte es für ethisch nicht in Ordnung, dass mit Fleisch so geworben wird als sei es Ramschware."

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