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Läden dicht - auch vor Weihnachten. Ein harter Lockdown ist bei den aktuellen Corona-Zahlen die richtige Wahl, sagt der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter. Bundesweit seien einheitliche Regeln nötig

Schnelles Handeln - das ist, was jetzt zählt, findet Anton Hofreiter. Bei immer volleren Krankenhäusern, immer mehr Menschen, die wegen oder mit Corona sterben, führe kein Weg mehr an einem scharfen Lockdown vorbei, so der Bundestag-Fraktionsvorsitzende der Grünen im SWR Interview der Woche.

Am Sonntag wollen sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer treffen. Für Montag fordert Hofreiter, dass Deutschland herunterfahre.

"Ich bin persönlich der Meinung, dass wir ab Montag in einen ziemlich scharfen Lockdown gehen. Das heißt für mich, dass auch die Läden geschlossen werden, obwohl es direkt vor Weihnachten ist"

Anton Hofreiter im Interview der Woche

Keine Lockerungen über Weihnachten

Lockerungen mit Treffen von bis zu zehn Menschen aus mehreren Haushalten über Weihnachten lehnt Hofreiter ab. Für ihn ist klar: Mehr als zwei Haushalte, das geht nicht - auch nicht über Weihnachten. "Für die Lockerungen sehe ich keinen Raum angesichts der Zahlen", so Hofreiter.

Auch wie man in seiner Heimat Bayern mit der Corona-Krise umgehe, findet der Grünen-Politiker kritikwürdig. Der bayrische Ministerpräsident, Markus Söder (CSU) demonstriere Härte ohne Konsequenz. Auch hier müssten die Läden schließen, so Hofreiter.

Keinen Flickenteppich mehr der Bundesländer

In Bezug auf die Corona-Regeln wünscht sich Hofreiter vor allem eines von den Länderchefs: Einheitlichkeit. Ein ewiges Hin-und-Her verspiele das Vertrauen der Bevölkerung. Die Regeln müssten klar sein.

Das bedeutet nicht, dass überall zur gleichen Zeit in Deutschland die gleichen Regeln gelten müssen. Hofreiter befürwortet, Corona-Maßnahmen von den lokalen Corona-Zahlen abhängig zu machen. Aber es soll von vornherein definiert werden, was wann in Kraft tritt.

Hier können Sie das komplette Interview anhören.

Lösung der Grünen: Fünf-Punkte Plan für Verlässlichkeit

Um der Pandemie Herr zu werden, schlägt Hofreiter einen Fünf-Punkte-Plan der Grünen vor, der im besten Fall als Bundesgesetz beschlossen wird. Das Ziel des Plans ist Verlässlichkeit. Es müsse klar sein, welche Schritte ab einer bestimmten Inzidenz folgten.

"Das entsprechend überall alle wissen, was, wann, welche Regeln gelten und nicht jedes Bundesland wieder sich rauspicken kann, was es glaubt, was sinnvoll ist"

Anton Hofreiter (Grüne) über bundesweit einheitliche Corona-Regeln

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