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Was verspricht sich der außenpolitische Sprecher der Linken-Bundestagsfraktion, Gregor Gysi, vom nächsten Präsidenten der USA, Joe Biden? Im SWR Interview der Woche verriet er Hauptstadtkorrespondent Kilian Pfeffer, was er sich von den USA in Zukunft erhofft.

Es sind mehrere Gründe, aus denen Gregor Gysi der Amtseinführung Joe Bidens "mit großem Interesse" entgegenblickt. Mit einem besseren Verhältnis der USA zu Russland oder China rechne er nicht, macht der Außenpolitiker gleich zu Beginn klar.

Er verspreche sich die Rückkehr der USA in das Klimaabkommen von Paris - das sei vor allem für die junge Generation wichtig. Auch auf eine Rückkehr zum Atomabkommen mit dem Iran hoffe er, um zu verhindern, dass der Iran Atomwaffen baut. Im Nahostkonflikt würde Biden nach Gysis Einschätzung nicht zustimmen, dass Israel 30 Prozent des Westjordanlandes juristisch annektiert - im Gegensatz zu Noch-US-Präsident Donald Trump.

EU und USA: Gysi hofft auf ein Verhältnis auf Augenhöhe

Das deutsch-amerikanische Verhältnis sei "natürlich wichtig, aber nicht so wichtig wie die anderen Dinge", die er genannt habe. Hier erhofft er sich ein besseres Verhältnis zwischen den USA und Deutschland, aber auch zwischen den USA und der EU - "allerdings auf Augenhöhe".

"Ich mag dieses Vasallentum nicht, immer hinterherzurennen, was die USA sagen."

Gregor Gysi, außenpolitischer Sprecher der Linken

Gysi mahnt, die EU solle ihre Interessen sehen und definieren - dann müsse man auf Augenhöhe mit den USA darüber verhandeln und könne auch Kompromisse schließen. Das gelte auch für das Verhältnis zu Russland und China.

"Also ich finde ja die Nato nicht die Sicherheitslösung für Deutschland."

Gregor Gysi, außenpolitischer Sprecher der Linken

Mit den USA würde er versuchen, über ein Abrüstungsprogramm, statt über ein Aufrüstungsprogramm zu sprechen. Amerikanische Atomwaffen in Deutschland stellten ein Sicherheitsrisiko dar: "Stellen Sie sich mal vor, irgendwann würde von Deutschland aus - daran wird ja gebastelt - eine kleine Atombombe irgendwohin gesandt werden. Warum auch immer. Die Antwort kriegen wir, obwohl wir sie gar nicht gesandt haben - sondern die USA."

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