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Die Klimaziele der neuen EU-Kommissarin Ursula von der Leyen werden künftig den Takt bestimmen, ist der Klima- und Wirtschaftsforscher Ottmar Edenhofer überzeugt. Im SWR sagt Edenhofer, welcher künftigen Regierung er die größten Chancen auf einen Kurswechsel zutraut.

Der Klima- und Wirtschaftswissenschaftler Ottmar Edenhofer hat betont, man dürfe in Sachen Klimaschutz nicht nur national denken. Der Schwung komme künftig aus Brüssel, sagte Edenhofer im Interview der Woche mit SWR-Hauptstadtkorrespondent Alfred Schmit.

Das ganze Interview - auch zu den Themen Klimapaket und CO2-Bepreisung - hören Sie hier:

Emissionshandel und Energiesteuern werden wesentlich

Die EU wolle bis 2050 klimaneutral werden, und das mache Druck auf Deutschland, glaubt der Professor an der TU Berlin und Direktor am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung.

Die Klimaziele der neuen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen seien sehr ehrgeizig: "Vor allem wird es darum gehen, wie der europäische Emissionshandel reformiert werden kann, und wie die europäischen Energiesteuern neu ausgestaltet werden können", so Edenhofer.

Klima hat bessere Karten mit Beteilitung der Grünen

Für den Fall einer Regierungsbeteiligung der Grünen im Bund sieht Edenhofer neue Chancen für die Klimapolitik in Deutschland: "Natürlich ist klar: Wenn die Grünen in einer solchen Koalition wären, dann hätte das sicherlich eine positive Wirkung für die Klimapolitik."

Er erinnerte daran, dass die Änderungen am Klimapaket der Großen Koalition allerdings nicht nur auf Druck der Grünen, sondern auch auf den der Länder zustande gekommen seien. Auch hier sei der künftige Handlungsdruck von der europäischen Ebene stark. Edenhofer sagte im SWR, der Druck der EU werde unabhängig davon wirken, welche Farben eine künftige Koalition in Deutschland hätte.

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