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Mit 150 Euro pro Kind will die Bundesregierung fördern, dass Schüler beim Unterricht zuhause über die nötige Technik verfügen: Etwa Computer und Internet-Leitung. Aber reicht das?

"Was krieg' ich für 150 Euro? Das kann vielleicht ein halbes brauchbares Tablet sein," sagt der Bildungsexperte Armin Himmelrath im SWR. Das Geld könne aber auch eingesetzt werden, um für einige Monate eine Datenflatrate zu bezahlen. "Damit habe ich aber immer noch keine Programme, keine Software. All das gehört zu einem guten Paket dazu".

Die Idee, Homeschooling zu fördern, sei nur sinnvoll, wenn man an allen Stellen gleichzeitig ansetze, ist sich Bildungsexperte Himmelrath sicher: "Das beste Gerät nützt mir nichts, wenn ich nicht ins Netz komme oder jedenfalls kein stabiles Netz habe".

Situation regional unterschiedlich

Die große Frage sei: "Wie bekomme ich es in einem großen Land mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen vor Ort hin, dass alle mitziehen können." Es müsse immer berücksichtigt werden, "wie es vor Ort aussieht", meint Himmelrath. Die Situation in Bad Teinach sei eine ganz andere als in Karlsruhe, Stuttgart oder Mainz.

Man müsse unterschiedlich auf diese Situationen reagieren. "Das ist das Schwierige: wir müssen überall einen Mindeststandard hinbekommen." Jahrelang sei in vielen Regionen nichts ausgebaut worden. "Das rächt sich jetzt," so Himmelrath.

150 Euro Unterstützung für PC-Kauf Kritik aus Rheinland-Pfalz an Bundeszuschuss für Schüler-Computer

Schüler aus Familien mit geringem Einkommen sollen vom Staat 150 Euro Zuschuss bekommen, damit sie einen Computer kaufen können. Das reicht den rheinland-pfälzischen Gewerkschaften nicht.  mehr...

GEW: Leihtablets für Homeschooling statt 150 € Zuschuss

Die Lehrergewerkschaft GEW kritisiert die vom Koalitionsausschuss vereinbarten Hilfen für den Bildungsbereich als zu gering. Die Bundesregierung will 500 Millionen Euro bereitstellen. Davon sollen Schulen bedürftigen Schülerinnen und Schülern einen Zuschuss von 150 Euro für den Kauf von Tablets für das E-Learning geben. Die Baden-Württembergische Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hält den Betrag für zu niedrig. Doro Moritz sagte im SWR, 150 Euro würden für den Kauf eines Tablets nicht reichen und setzten zusätzliche Investitionen der Eltern voraus. Dafür sei aber in der gegenwärtigen Situation mit Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit meist kein Geld da. Moritz schlägt stattdessen vor, dass die Schulen zusätzliche Tablets oder Laptops kauften und an bedürftige Haushalte verleihen. SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch hat mit der baden-württembergischen GEW-Vorsitzenden gesprochen.  mehr...

Homeschooling: Wie es mit dem Unterricht zu Hause klappt

Seit über sechs Wochen wird bei Familie Sayer in Wannweil zu Hause unterrichtet. Die Kinder Noah und Rosalie gehen in die 5. bzw. 8. Klasse des Firstwald-Gymnasiums Kusterdingen. Die Eltern betreiben eine Musikschule, unterrichten Geige und Gitarre. Wie geht das alles, wie ist die Stimmung, wie kommen Eltern und Kinder mit der Ausnahmesituation zurecht?  mehr...

Landesschau Baden-Württemberg SWR Fernsehen BW

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