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Wissenschaftler fordern dringend, dass für den Klimaschutz schneller gehandelt werden muss. Bei der UN-Klimakonferenz in Madrid haben die Staaten jetzt zwei Wochen Zeit, die gemeinsamen Ziele zu überprüfen und zu korrigieren.

Nächstes Jahr, so sagen Klimaforscher, muss die Weltgemeinschaft die Kurve kriegen, um das Schlimmste zu verhindern. Dann muss deutlich mehr geschehen als bisher im Kampf gegen die Erderhitzung.

Bisherige Maßnahmen reichen nicht aus

Nach Meinung von internationalen Wissenschaftlern reicht es längst nicht, was die knapp 200 Mitgliedsstaaten des Pariser Klimaabkommens planen, um den Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Da müsste dringend nachgebessert werden.

Das soll auf der UN-Klimakonferenz in Madrid passieren: 25.000 Teilnehmer sollen in zwei Wochen erarbeiten, wie die Ziele des Pariser Klimaabkommens von 2015 eingehalten werden können.

Der Pariser Klimavertrag beinhaltet folgende Eckpunkte:

Abschwächung der Erderwärmung und Emissionsminderung: Die Staaten einigten sich auf ein langfristiges Ziel, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf 1,5 Grad gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen. Damit würden die Risiken und Folgen des Klimawandels deutlich vermindert. Dafür sollen sie weltweiten Emissionen gesenkt werden.

Transparenz und globale Bilanz: Die Staaten werden alle fünf Jahre gemeinsam strengere Ziele festlegen, wenn das nach wissenschaftlichen Erkenntnissen erforderlich ist. Sie wollen regelmäßig über die Fortschritte und Stand der Ziele berichten.

Anpassung an Klimawandel: Die Staaten werden ihre Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel erhöhen, den Entwicklungsländern weiterhin und in größerem Umfang internationale Unterstützung für die Klimaanpassung zukommen lassen.

Verluste und Schäden: Schäden und Verluste im Zusammenhang mit dem Klimawandel sollen minimiert werden. Dafür soll die Zusammenarbeit beispielsweise bei Frühwarnsysteme, Notfallvorsorge und Risikoversicherung verbessert werden.

Rolle der Städte, Regionen und lokalen Behörden: Auch Städte, Behörden auf regionaler und kommunaler Ebene, die Zivilgesellschaft und die private Wirtschaft spielen beim Klimaschutz eine Rolle. Sie sind aufgerufen, ihren Beitrag zur Emissionsminderung zu leisten, ihre Anfälligkeit gegenüber den negativen Folgen des Klimawandels zu vermindern. Die regionale und internationale Zusammenarbeit soll dafür ausgebaut werden.

Unterstützung von Entwicklungsländern: Die EU und andere Industrieländer werden Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern unterstützen. Die Industrieländer haben ihr gemeinsames Ziel bekräftigt, bis 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar dafür zu mobilisieren. Dieses Ziel bis 2025 fortzusetzen.

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