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Hilfe in Katastrophen und Not Spenden mit gutem Gefühl

Die Bundesbürger spenden gerne, mehrere Milliarden Euro im Jahr, meistens vor Weihnachten. Das wissen auch die Spendenorganisationen. Wie behält man in der Flut der Aufrufe den Überblick?

In Entwicklungsländern leben etwa 863 Millionen Menschen in Slums.

In Entwicklungsländern leben etwa 863 Millionen Menschen in Slums.

In Deutschland sind rund 500.000 Vereine und Stiftungen als gemeinnützig anerkannt. Ob Flüchtlingslager in Syrien, der Türkei, Jordanien und im Libanon, Ebola-Opfer in Westafrika, Artenschutz oder krebskranke Kinder - es gibt fast nichts, wofür man nicht spenden könnte.

Wie sollte man spenden?

Spenden Sie nicht an der Haustüre oder am Telefon! Die Gefahr, dass irgendwelche "Trittbrettfahrer" an einer Katastrophe verdienen wollen, ist zu groß. Seriöse Hilfsorganisationen werben nicht aufdringlich und bedrängen Sie auch nicht.

Ist es besser, Spenden unter mehreren Projekten aufzuteilen?

Montage: verschiedene Postwurfsendungen mit Spendenaufrufen

Reichlich Spendenaufrufe vor Weihnachten

Überlegen Sie in Ruhe, welcher Hilfsorganisation Sie das Geld überweisen. Entscheiden Sie sich für eine oder zwei. Wenn Sie Ihre Spende auf zu viele Organisationen verteilen, erhöht das nur den Verwaltungsaufwand bei den Helfern. Und Sie bekommen am Ende auch noch Werbepost von jeder dieser Organisationen.

Welchen Hilfsorganisationen kann man trauen?

Spendensiegel des DZI

Entscheidungshilfe: Spendensiegel des DZI

Jeder Spender hätte gerne, dass von seiner Spende möglichst viel am Ort des Geschehens ankommt und möglichst wenig in der Verwaltung versickert. Eine Orientierung bietet hier das Spendensiegel des DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen, Berlin). Die DZI Spenderberatung hat dazu rund 1.000 spendensammelnde Organisationen aus den Bereichen Soziales, Umwelt und Naturschutz ständig unter Beobachtung.

Das DZI prüft unter anderem, ob die Werbung sachlich und richtig ist, ob es ausreichende Kontrollstrukturen gibt, und berechnet den Anteil an Werbe-und Verwaltungsausgaben am Gesamtetat - um sicherzustellen, dass die Organisationen auch effizient arbeiten. 262 Organisationen tragen derzeit das DZI-Siegel. Dort kann man auch sehen, welchen Vereinen man besser nichts geben sollte.

Sammeln mit Büchsen: Jetzt tauchen wieder vermehrt illegale Spendensammler auf. Sie sprechen in Fußgängerzonen oder auf Parkplätzen Kunden an und bitten um Spenden für soziale Einrichtungen. Die Gefahr besteht, dass die Sammler das Geld für sich selbst behalten. Um sicher zu gehen, sollte man sich den Spendenausweis und die Sammlungsgenehmigung zeigen lassen.

Was sollte man spenden - Geld oder Hilfsgüter?

Viele Organisationen helfen auch direkt mit Sachspenden

Viele Organisationen helfen direkt mit Sachspenden

Am Dringendsten brauchen die Menschen in Katastrophengebieten und Flüchtlingslagern zwar Essen, Kleidung und ein Dach über dem Kopf. Für die Hilfsorganisationen bei uns in Deutschland sind aber Geldspenden das Wichtigste. Denn dieses Geld können die Helfer im Ausland vor Ort in den Projekten meist besser und schneller einsetzen, als wenn man unsere Sachspenden erst mühsam dorthin bringen muss.

Spenden von der Steuer absetzen: Sofern Vereine, Stiftungen und andere Einrichtungen vom Finanzamt als gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienend anerkannt sind, können Spenden steuermindernd geltend gemacht werden. Meistens zu erkennen an entsprechenden Hinweisen im Werbe- und Informationsmaterial.


Online: Heidi Keller