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Die deutsche Wirtschaft hat sich nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes trotz der Corona-Krise erholt. Im dritten Quartal gab es einen kräftigen Zuwachs, doch das ist nur ein Teil des Bildes.

Es wird weniger schlimm als befürchtet, aber nur wenn der Corona-Winter nicht härter wird als angenommen. So in etwa lässt sich die Herbstprognose von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zusammenfassen. Die neuen Einschränkungen - vom kommenden Montag an - sind darin schon eingerechnet.

Wirtschaft schrumpft geschätzt um 5,5 Prozent

Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt demnach um 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu. Unterm Strich soll für das laufende Jahr aber ein Minus von 5,5 Prozent für die deutsche Wirtschaftsleistung herauskommen. Minus 5,8 Prozent war die Prognose noch im September.

Im nächsten Jahr sei dann allerdings eine deutliche Erholung zu erwarten, so der Minister - ein Wachstum von 4,4 Prozent. Altmaier sagte, das zeige, dass die deutsche Wirtschaft auch unter Pandemie-Bedingungen wachsen könne.

"Wir stehen aktuell am Scheideweg."

Peter Altmaier, Bundeswirtschaftsminister

Doch Altmaier schränkt ein: Die zweite Welle mit zuletzt rasant gestiegenen Corona-Neuinfektionen müsse gebrochen werden. "Nur, wenn es uns gelingt, die Kurve der Neuinfektionen wieder abzuflachen, kann sich der Erholungsprozess unserer Wirtschaft dauerhaft fortsetzen und schwerer Schaden für Unternehmen und Beschäftigte verhindert werden", so der Minister.

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Im SWR Tagesgespräch verteidigte Scholz die geplanten Nothilfen für die von den beschlossenen Beschränkungen betroffenen Betriebe. Er gehe davon aus, dass die zusätzlich zur Verfügung gestellten zehn Milliarden Euro Corona-Hilfen ausreichen.

"Ja, und wenn es elf Milliarden würden, würden wir das auch noch schaffen."

Olaf Scholz, Bundesfinanzminister

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