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Herausforderung Landeshauptstadt muss mehr Flüchtlinge unterbringen

Die steigende Zahl von Flüchtlingen stellt auch die Landeshauptstadt Stuttgart vor große Herausforderungen. Die Stadt plant in diesem und im nächsten Jahr neue Unterkünfte. Auch die minderjährigen Flüchtlinge, die alleine unterwegs sind, stelle die Stadt vor besondere Herausforderungen.

Die Landesaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (LEA) in Karlsruhe habe alle 44 Stadt- und Landkreise wissen lassen, dass auf Grund des auch von Experten nicht vorhersehbaren Anstiegs der Flüchtlingszahlen die dortigen Aufnahmekapazitäten völlig erschöpft seien, teilte die Stadt Stuttgart im August mit. Die LEA sei dringend darauf angewiesen, dass die Stadt- und Landkreise schnellstmöglich weitere Unterkünfte schaffen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Stuttgart. Auf zeitaufwendige Problemlösungen vor Ort könne das Land leider keine Rücksicht mehr nehmen, es müsse zugeteilt werden.

Auf dem Stuttgarter Wohnungsmarkt fehlten Angesichts der Situation Immobilienangebote. Die Landeshauptstadt will trotzdem den Verpflichtungen mit einer Reihe von Unterkünften nachkommen, z.B. in Stuttgart-Nord, in Vaihingen oder Heumaden.

Bei allen Vorhaben verfolge die Landeshauptstadt Stuttgart – wie seit mehr als 20 Jahren – den sogenannten "Stuttgarter Weg". Das bedeutet: es sollen sowohl kleinere Wohnungen als auch Wohnheime in verschiedenen Größen für die Flüchtlinge bereitgestellt werden. Derzeit lebten in Stuttgart 1.263 Flüchtlinge in 60 Unterkünften.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Für die Stadt stellen die "unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge" (UMF) eine besondere Herausforderung dar heißt es in der Mitteilung. Deren Zahl in Stuttgart sei seit 2008 kontinuierlich gestiegen durchschnittlich zwei bis drei pro Woche. Bis 31. Juli 2013 wurden der Stadt zufolge 77 junge Menschen in Obhut genommen, im ganzen Jahr 2012 waren es 90. Die jungen Flüchtlinge stammen aus den Maghreb-Staaten Nordafrikas (38 Prozent), Pakistan und Afghanistan (27 Prozent), Indien (13 Prozent) sowie Palästina, Irak und Syrien (10 Prozent). Um die steigende Zahl der jungen Flüchtlinge versorgen zu können, sei die zuständige Einrichtung um 14 Plätze erweitert worden, so die Stadt.