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Hebammen in Not Haftpflichtversicherung wird wieder teurer

Die Lage der freiberuflichen Hebammen ist äußerst kritisch: Weil die Fronten in den Verhandlungen mit den Kassen verhärtet sind, drohen zum 1. Juli weitere existenzbedrohende Einschnitte. Einige Geburtshelferinnen haben schon aufgegeben.

Protestmarsch für den Erhalt der freien Geburtenhilfe

Protestmarsch für den Erhalt der freien Geburtenhilfe

von Alina Braun, SWR Berlin


Hebammen werden bei ihrer Haftpflichtversicherung vorerst nicht mehr von den Krankenkassen unterstützt. Der Deutsche Hebammenverband fürchtet, dass die steigenden Versicherungsprämien für viele freiberufliche Hebammen den Bankrott bedeuten:

20 Prozent mehr und damit rund 6.300 Euro im Jahr – so viel muss eine Hebamme in Deutschland ab dem 1. Juli für ihre Haftpflichtversicherung zahlen. Laut einer Vertreterin des Deutschen Hebammenverbands, sei das für viele kaum noch zu stemmen. Das wenige Gehalt bleibe ja das selbe.

Krankenkassen haben Entlastung versprochen

Eigentlich sollen die Hebammen finanziell von den Krankenkassen entlastet werden. Das hatte der Bundestag vorigen Sommer beschlossen. Aber die Verhandlungen darüber, wie eine solche Ausgleichszahlung aussehen könnte, kamen zu keinem Ergebnis.

Hebammen fordern Klarheit über die Zukunft freiberuflicher Hebammen

Hebammen fordern Klarheit über die Zukunft freiberuflicher Hebammen

Zentrale Streitpunkt zwischen Kassen und Hebammen: die Hausgeburt

Ein zentraler Streitpunkt ist die Frage, wann Hausgeburten ein zu hohes Risiko sind: Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen möchte zum Beispiel, dass werdende Mütter, die schon über ihrem Entbindungstermin sind, nur noch im Krankenhaus entbinden. Wünschen die Frauen trotzdem eine Hausgeburt, müssten sie das selbst zahlen. Der Deutsche Hebammen-Verband möchte aber, dass die Hebammen entscheiden, wann eine Hausgeburt zu gefährlich wird.

Schiedsgericht soll vermitteln - Hebammen geben auf

Nach monatelangem Streit zwischen Hebammen und Krankenkassen ist nun ein Schiedsgericht eingeschaltet worden. Doch bis es hier Lösungsvorschläge gibt, wird weiter viel Zeit vergehen. Die Hebammen reagieren jetzt schon: Innerhalb eines Monats haben 150 ihren Job aufgegeben.

Demonstration gegen die geplante Erhöhung der Versicherungsprämien für freiberufliche Hebammen

Demonstration gegen die geplante Erhöhung der Versicherungsprämien für freiberufliche Hebammen


Online: Lutz Heyser, Christine Trück & Heidemarie Martin

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