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So schwierig die politischen Beziehungen zuletzt waren: Amerika und Deutschland sind beim Handel eng verwoben. Die USA sind das wichtigste Exportland für Produkte "Made in Germany."

Für die deutsche Wirtschaft sind die USA in den vergangenen drei Jahren das wichtigste Exportland geblieben, die Exporte konnten seit 2017 sogar um sechs Prozent zulegen.

Am meisten liefern deutsche Firmen Fahrzeuge und Fahrzeugteile in die USA, gefolgt von Maschinen und Pharma-Produkten. Das hat sich in Corona-Zeiten nicht wesentlich geändert. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg exportierte das Land 2019 Waren im Wert von 25,2 Milliarden Euro in die USA. In Rheinland-Pfalz waren es nach Angaben des Statistischen Landesamtes Waren und Dienstleistungen in Höhe von 5,2 Milliarden Euro.

USA haben weiterhin großes Handelsbilanzdefizit

Deutschland exportiert weiter viel mehr Waren in die USA als es von dort importiert. Dieses sogenannte Handelsbilanzdefizit wollte US-Präsident Trump durch Strafzölle verringern und damit die US-Wirtschaft stärken. Aluminium aus der EU wurde damit zehn Prozent teurer, Stahl um 25 Prozent.

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Ebenfalls von Strafzöllen betroffen war der deutsche Wein. Zahlreiche Winzer in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg traf es hart, weil sie weniger in die USA verkauften. Andere Winzer nutzten die Chance und erschlossen sich neue Märkte abseits der USA. Die protektionistische Handelspolitik verärgerte befreundete Staaten und Verbündete und verfehlte ihr Ziel. Die USA blieben auch im Jahr 2019 der weltweit größte Importeur.

Entwicklung der Handelsbeziehungen zu Deutschland unklar

Die größte Volkswirtschaft der Welt hat weitere Probleme: Das Wirtschaftswachstum ist zuletzt durch Corona eingebrochen, die Staatsverschuldung der USA ist durch die Corona-Konjunkturprogramme sprunghaft angestiegen und hat sich innerhalb von 15 Jahren mehr als verdreifacht.

Egal wie der nächste Präsident der USA heißen wird: Die Wirtschaft wieder auf Vordermann zu bringen, wird eine Mammutaufgabe werden. Und allzu große Hoffnungen sollte sich die deutsche Wirtschaft nicht machen. Eine grundlegend andere Handelspolitik ohne Protektionismus steht bei keinem der beiden Kandidaten im Wahlprogramm.

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