Eine Frau bedient das Portal der deutschen Steuerverwaltungen zur Abwicklung der Steuererklärungen und Steueranmeldungen über das Internet, Elster. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Grundsteuerreform

Probleme beim Steuersystem ELSTER behoben

STAND

Die Steuerplattform ELSTER läuft wieder. Für Immobilienbesitzer in Teilen Baden-Württembergs bleibt es aber schwierig, die Grundsteuererklärung abzugeben.

Die Steuerplattform ELSTER steht wieder uneingeschränkt zur Verfügung. Das bestätigte eine Behördensprecherin dem SWR. Die Wartungsarbeiten seien gestern am späten Nachmittag erfolgreich abgeschlossen worden, seither gebe es keine Probleme mehr. Einen Hackerangriff schließt die Behörde aus. Seit dem Wochenende hatten viele Nutzerinnen und Nutzer über Probleme mit dem ELSTER-Portal geklagt, die Seite war überlastet, der Log-In teilweise nicht möglich. Auch am Montag hielten die Probleme noch an, am Nachmittag war die Seite für die Wartung zeitweise ganz abgeschaltet. Das bayerische Landesamt für Steuern, das das Portal betreibt, begründete die Störung mit der sehr hohen Nachfrage. Am Wochenende hätte es zeitweise über 100.000 Zugriffe gleichzeitig gegeben.

Immobilienbesitzer müssen bis Ende Oktober Daten liefern

Ursache für den Run auf Elster ist die Grundsteuerreform: Ab 2025 soll die neue Grundsteuer gelten. Um sie zu berechnen, müssen bereits in diesem Jahr Millionen Wohnungs- und Grundstücksbesitzer eine sogenannte "Erklärung zum Grundsteuermessbetrag" abgeben. Dort müssen Daten wie etwa die Flurnummer des Grundstücks oder Baujahr des Hauses eingetragen werden. Seit Anfang Juli können diese Eingaben gemacht werden, in der Regel erfolgt dies über das ELSTER-Portal.

Im trüben Abendlicht ist das auf einem Felsen stehende Schloss Sigmaringen zu sehen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Tobias Kleinschmidt)
Für die Region rund um Sigmaringen liegen noch keine Bodenrichtwerte vor. picture alliance / dpa | Tobias Kleinschmidt

Viele weiße Flecken auf der Landkarte von Baden-Württemberg

Eine Besonderheit in Baden-Württemberg ist, dass hier auch der sogenannte Bodenrichtwert angeben werden muss. Dieser sollte eigentlich online abrufbar sein unter dem zentralen Bodenrichtwertinformationssystem BORIS-BW. Tatsächlich weist die Karte aber noch viele weiße Flecken auf, für zahlreiche Orte in Baden-Württemberg stehen noch keine Bodenrichtwerte zur Verfügung. Das trifft zum Beispiel auf Sigmaringen, Pfullendorf oder Metzingen zu. Die zuständige Oberfinanzdirektion Karlsruhe teilte auf SWR-Anfrage mit, dass die von den Kommunen beauftragten Gutachterausschüsse bis zum 30. Juni Zeit hatten, die Bodenrichtwerte zu ermitteln und an die Finanzverwaltung zu übersenden. Allerdings hätten nicht alle Gutachterausschüsse die Daten rechtzeitig geliefert. Daher seien noch nicht alle Bodenrichtwerte über das Portal abrufbar.

Geduld ist gefragt

Falls die Daten noch nicht vorliegen, empfiehlt sie Behörde, die Seite zu einem späteren Zeitpunkt nochmals aufzurufen. Wer so lange aber nicht warten will , kann auch auf der Homepage der jeweiligen Gemeinde nachschauen, dort werden die Bodenrichtwerte grundsätzlich veröffentlicht, so die Oberfinanzdirektion Karlsruhe. Im Zweifel könnten sich Bürgerinnen und Bürger auch an den zuständigen Gutachterausschuss wenden.

Kein Richtwert - kein Nachteil

Falls die Daten tatsächlich nicht zu Verfügung stehen, brauchen sich Immobilienbesitzer aber keine Sorgen zu machen. Sie werden dafür nicht zur Rechenschaft gezogen, verspricht die Oberfinanzdirektion Karlsruhe. "Sollte es vereinzelt dazu kommen, dass die Bodenrichtwerte erst deutlich verspätet abgerufen werden können, wird den Eigentümerinnen und Eigentümern dadurch kein Nachteil entstehen", schreibt die Behörde.

Wichtig für Mieter und Eigentümer Alle Infos zur neuen Grundsteuer 2022

Die Grundsteuer wird neu berechnet. Wir klären, welche Daten Besitzer von Immobilien in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland übermitteln müssen und welche Regeln gelten.  mehr...

Marktcheck SWR Fernsehen

SWR-Wirtschaftsredakteurin Petra Thiele Was Sie bei der neuen Grundsteuer beachten müssen

Seit 1. Juli 2022 müssen alle Hausbesitzer die Daten zu ihrem Grundbesitz neu an das Finanzamt übermitteln. SWR-Wirtschaftsredakteurin erklärt, was Sie beachten müssen.  mehr...

Karlsruhe

Pauschal und ungerecht Kritik an der Grundsteuerreform aus Karlsruhe

Bald wird es ernst mit der Grundsteuerreform. Im ersten Schritt müssen Immobilieneigentümer ab dem 1. Juli eine Erklärung zum Wert ihres Grundstücks beim Finanzamt abgeben.  mehr...

STAND
AUTOR/IN
SWR