STAND
AUTOR/IN
REDAKTION

Der Negativpreis Goldener Windbeutel geht an die Kinder-Tomatensauce des Herstellers Zwergenwiese. Der Preis wird von der Verbraucherschutz-Organisation Foodwatch vergeben.

Der Grund für die Auszeichnung ist der Zuckergehalt der Sauce. Die Kinder-Tomatensauce enthalte doppelt so viel Zucker wie die Erwachsenen-Version. Dies widerspricht laut Foodwatch einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation, nach der Saucen für Kinder gar keinen zugesetzten Zucker enthalten sollten.

Die Sauce stehe exemplarisch für zahlreiche Kinderprodukte, die versteckte Zuckerbomben seien, so Foodwatch. Kinder würden sich dadurch schon früh an den süßen Geschmack gewöhnen.

Der Goldene #Windbeutel2019 geht an #Zwergenwiese für die überzuckerte Kinder-Tomatensauce https://t.co/E9mQ164n6l

Eindeutiges Abstimmungsergebnis

Die Tomatensauce hatte sich mit weitem Abstand in einer Online-Abstimmung durchgesetzt. 53 Prozent der fast 70.000 Verbraucher, die sich an der Abstimmung beteiligt hatten, stimmten für die Tomatensauce. Laut Foodwatch das eindeutigste Abstimmungsergebnis, das es jemals gab.

Negativpreis Goldener Windbeutel: Ausgezeichnete Produkte der letzten Jahre

Goldener Windbeutel (Foto: dpa Bildfunk, (c) dpa Fotograf: Fredrik von Erichsen)
Der Negativ-Preis Goldener Windbeutel wird von der Verbraucherschutz-Organisation Foodwatch vergeben. Dabei soll die "dreisteste Werbelüge des Jahres" ausgezeichnet werden. Die Preisträger der vergangenen Jahre im Überblick. (c) dpa Fotograf: Fredrik von Erichsen Bild in Detailansicht öffnen
2018 erhielt Coca-Cola den Goldenen Windbeutel für das Smartwater. Das Wasser sei nicht besser als herkömmliches Mineralwasser, koste aber bis zu siebenmal mehr. picture alliance/Jörg Carstensen/dpa Bild in Detailansicht öffnen
Im Jahr 2017 gewann Alete den Goldenen Windbeutel für einen Kinderkeks. Der Keks wurde entgegen den Empfehlungen von Medizinern schon für Säuglinge ab dem achten Monat "zum Knabbernlernen" beworben, habe aber einen Zuckeranteil von 25 Prozent. 2015 wurde stellvertretend für Alete der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ausgezeichnet, da das Land Baden-Württemberg mittelbarer Teilhaber des Kindernahrungsherstellers ist. (c) dpa Bild in Detailansicht öffnen
Im Jahr 2013 bekam die Capri-Sonne des Herstellers Wild aus Eppelheim bei Heidelberg den Negativpreis. Die Werbung für den Soft-Drink Capri-Sonne wurde von den Verbrauchern als aggresivste Marketigmethode gewählt. (c) dpa Bild in Detailansicht öffnen
Die Instant-Früchtetees von Hipp waren wegen ihres Zuckergehalts 2012 Träger des Goldenen Windbeutels. (c) dpa Bild in Detailansicht öffnen

Trinkjoghurt und Möhrensaft folgen auf den Plätzen zwei und drei

Auf Platz zwei folgte der "Yakult"-Trinkjoghurt, weil sein Versprechen, positiv auf die Darmgesundheit zu wirken, wissenschaftlich nicht zu belegen sei.

Auf Platz drei landete ein Möhrensaft, dem der Hersteller Hipp erst eine kleinere Verpackung verpasste, um dann den Preis zu erhöhen – laut Foodwatch um ganze 95 Prozent.

STAND
AUTOR/IN
REDAKTION