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Der Dokumentation "Homöopathie – Die Macht der Kügelchen" verdankt Martin Rupps die Idee, dass James Bond seinen "Martini" künftig so mixen lassen sollte wie Globuli.

Am Mittwochabend zeigt das SWR Fernsehen die Dokumentation "Homöopathie – Die Macht der Kügelchen". Der Film, den Sie bereits jetzt Online sehen können, lässt Gegner und Befürworter dieser Heilkunde zu Wort kommen. Sprich einer Medizin, für die es keine wissenschaftliche Basis gibt, die aber in Deutschland sehr populär ist. Laut einer Umfrage wollen ein Viertel aller Patienten nicht auf Homöopathie verzichten.

Die Doku "Homöopathie - Die Macht der Kügelchen" können Sie hier sehen:

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
20:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

"Da können Sie auch gleich bei Vollmond auf einer Waldlichtung tanzen", sagt ein Teilnehmer einer Straßenumfrage auf die Frage, was er von der Homöopathie hält. Ein Pharmakologe nennt sie "Humbug“ und "Scharlatanerie“. Eine Frau hält dagegen: Wenn sie ihrer Tochter bei hohem Fieber ein homöopathisches Mittel gebe, gehe die Temperatur zurück. Andere Homöopathie-Patienten schätzen es hoch, dass sich Ärzte oder Heilpraktiker viel Zeit für sie nehmen und gründlich nach Krankheitssymptomen fragen.

Eines ihrer Jahrestreffen, berichtet der Film, halten die Homöopathen in einer ehemaligen Kirche ab. Der Zusammenhang mag zufällig sein. Mir als Zuschauer hat er sich förmlich aufgedrängt. Geistige Trennlinien verlaufen im Deutschland der Gegenwart nicht mehr zwischen Gläubigen oder Ungläubigen oder zwischen Katholiken und Protestanten. Heute stehen sich zum Beispiel Verfechter der Schul- und der Alternativmedizin unversöhnlich gegenüber. Und das mit religiöser Inbrunst.

Der Film zeigt auch die Zubereitung eines homöopathischen Mittels. Eine angehende Apothekerin "verschüttelt" eine Lösung zehn Mal Richtung Erdmittelpunkt. Ich stelle mir vor, wie James Bond seinen nächsten „Martini“ bestellt: "Verschüttelt, nicht gerührt"!

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