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Der Konstanzer CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Jung hat sich dafür ausgesprochen, die wegen Corona eingeführten Grenzschließungen schnellstmöglich wieder aufzulösen.

Jung, der auch Co-Vorsitzender der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung ist, sagte im SWR, die Grenzmaßnahmen seien befristet bis zum 4. Mai – dann müsse "Schluss damit sein". Die Bundeskanzlerin müsse nach Ansicht Jungs am Donnerstag mit den Ministerpräsidenten über das Thema beraten: "Die Maßnahmen sind nicht mehr geboten. Sie bringen nichts außer Probleme."

Auch wenn das Robert-Koch-Institut die französische Region Grand Est und die Schweiz zunächst als Corona-Risikogebiete eingestuft habe, so gebe es heute diese Eingruppierung nicht mehr. "Das Virus ist überall – und deshalb müssen wir es weiter mit Nachdruck bekämpfen. Aber wir können das besser gemeinsam. Dafür haben wir gemeinsame Maßnahmen. Aber wir brauchen dazu keine Grenzmaßnahmen mehr."

Auch Frankreich teilt nach Aussage Jungs diese Einschätzung. In einer Videokonferenz der Deutsch-Französischen Kommission für grenzüberschreitende Zusammenarbeit hätten alle Teilnehmer das Signal gegeben: "Wir leben hier gemeinsam in einer Region: Es werden Familien getrennt, es werden Lebenspartner auseinander gebracht, es werden Pendler behindert, es wird die Wirtschaft beschädigt."

Viele französische Pendler bei Daimler in Rastatt

Wichtig sei auch, schnell die Bürokratie zurück zu fahren. "Fünf Formulare für Pendler", die die Grenzen überquerten. "Das kann nicht sein," sagt Jung. Am 4. Mai werde bei Daimler in Rastatt die Arbeit wieder aufgenommen - dort seien 2.000 Pendler aus Frankreich beschäftigt. "Das zeigt: Wir haben hier eine Lebenswirklichkeit - das ist eine gemeinsame Lebenswirklichkeit. Das gilt an der Grenze zu Frankreich, das gilt an der Grenze zur Schweiz. Und deshalb müssen diese Grenzen wieder geöffnet werden."

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