Bild von Stefan Giese  (Foto: SWR, SWR/Christian Koch)

CDU-Parteivorsitz. Ein Kommentar

Friedrich Merz – und die guten alten Zeiten

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Stefan Giese
Bild von Stefan Giese  (Foto: SWR, SWR/Christian Koch)

Friedrich Merz ist der richtige Kandidat für den CDU-Vorsitz, zumindest für jene, die sich die "guten alten Zeiten" zurückträumen, meint Stefan Giese.

Zugegeben, die Zeiten sind beunruhigend. Ein Krankenhaus nach dem anderen meldet Land unter auf den Intensivstationen, die Europäische Union lässt an ihrer Ostgrenze Menschen erfrieren und die verheerenden Folgen des Klimawandels sind nur noch unter größter Anstrengung zu übersehen.

Mann der "klaren Kante": Friedrich Merz (Foto: IMAGO, IMAGO / Political-Moments)
Mann der "klaren Kante": Friedrich Merz IMAGO / Political-Moments

Kein Wunder, dass sich viele Mitmenschen nach den "guten alten Zeiten" sehnen. Zeiten, als Corona den meisten nur als exotische Biersorte bekannt war; als es die EU verstand, sich als zukunftsweisende Friedensmacht zu verkaufen; und als weder der Biss in ein argentinisches Rindersteak noch die Fahrt zur Tankstelle Anlass für ein schlechtes Gewissen boten.

Und damit kommen wir zu Friedrich Merz. Denn wer könnte diese Sehnsucht nach den "guten alten Zeiten" besser befriedigen als das sauerländische Neunziger-Jahre-Revival auf zwei Beinen? Wohl nur Thomas Gottschalk, doch der hat seine Wiederauferstehung schon hinter sich. Darum ist der gute alte Friedrich Merz genau der richtige Mann zur rechten Zeit für den Posten des CDU-Parteivorsitzes, den er nun im dritten Anlauf tatsächlich erobern könnte.

Mit ihm kehrt wieder "klare Kante" in die Partei zurück und der Verzicht auf dieses neumodische Gedöns wie Gender, Klima und das ganze Gutmenschengetue. Es wird aufgeräumt mit den liberalen Verwüstungen der Merkel-Jahre. Kernkraft, Wehrpflicht und Steuererklärungen auf Bierdeckeln werden wieder hoch im Kurs stehen. Glänzende Aussichten – zumindest für jene, die sich die "guten alten Zeiten" zurückträumen und denen die Zukunft herzlich egal ist.

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