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Zeitgleich zum Beginn der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz haben sich die Frauen in der Kirche kraftvoll zu Wort gemeldet. Zugang zu allen Ämtern, lautet ihre Forderung.

Eigentlich geht es bei der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe ja bereits um Reformen: Der sogenannte synodale Weg soll Veränderungen bringen, damit die Menschen wieder in die Kirche gehen statt ihre Mitgliedschaft zu kündigen.

Reformprozess wird im Vatikan kritisch gesehen

Dazu gehört unter anderem die Frauenfrage. Das weiß auch der Konferenz-Vorsitzende, Bischof Georg Bätzing. Er verspüre den Druck und schätze das Engagement der Frauen, so Bätzing, doch "auf der anderen Seite sage ich mir: Wir können nur tun, was wir tun können".

Tatsächlich wird die "Gleichstellungsbewegung Maria 2.0" von konservativen Bischöfen scharf kritisiert, und auch aus dem Vatikan kommt Widerstand.

Frauen wollen alle Rechte und Pflichten

Dagegen kamen heute deutliche Worte aus Frauensicht. So forderte die Vizepräsidentin des Zentralrats der deutschen Katholiken (ZdK), Claudia Lücking-Michel, im SWR vollen Zugang von Frauen zu allen Ämtern. "Es geht um eine gleichberechtigte Zugangsmöglichkeit aller Getauften und Gefirmten zu allen Ämtern, die die katholische Kirche zu bieten hat", die CDU-Politikerin.

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Weiter sagte sie: "Es geht nicht darum, den Frauen netterweise noch etwas entgegenzukommen und ihnen so ein paar Brosamen vom Tisch des Herrn zukommen zu lassen, sondern es geht darum, endlich anzuerkennen, dass Frauen gleichberechtigte und gleichwertige Mitglieder unserer Kirche sind, mit allen Rechten und Pflichten wie andere auch."

Fromm: Ohne Veränderung verkommt die Kirche zur Sekte

Ähnlich äußerte sich Angelika Fromm von der Aktion "Lila Stola", einer Arbeitsgruppe der Reformbewegung "Wir sind Kirche". Im SWR sagte sie: "Wir fordern den Zugang zu allen Ämtern. Das ist eine Vision, bei der bleiben wir auch."

"Dann lassen wir es sein"

Mit dem synodalen Weg habe die katholische Kirche in Deutschland eine weltweite Vorreiterrolle eingenommen, der sie gerecht werden müsse. Wenn die Kirche nicht umsteuere, werde sie zur Sekte verkommen, so Fromm. Sie sei Großmutter von acht Enkeln. "Selbst meine eigene Familie kann meinen Weg und meinen Reform-Mut nicht mehr nachvollziehen. Die sagen dann lieber: Dann lassen wir es sein."

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