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Franz Beckerbauer 70 Zwischen Lichtgestalt und Plapperfranz

Weltmeister als Spieler und Trainer, Europameister, unzählige Erfolge mit Bayern München, WM-Organisator, drei Mal verheiratet, sechs Kinder - 70 pralle Jahre.

Franz Beckenbauer

Franz Beckenbauer

Kaiser, Lichtgestalt - an Huldigungen hat es Franz Beckenbauer, am 11. September 1945 in München-Giesing geboren, in seiner langen Karriere nicht gemangelt. Alles was er anfasste, schien sich in Gold zu verwandeln. Als aktiver Spieler des FC Bayern München und mit der Deutschen Nationalmannschaft, als Trainer der Bayern und des DFB-Teams, und als Funktionär, der die Fußball-WM 2006 nach Deutschland holte. Aber es gibt auch dunklere Seiten und viel (allzu) lockere Sprüche. Die "Süddeutsche Zeitung" hat deshalb einmal vom "Plapperfranz" geschrieben.

Über beide Seiten hat SWR-Moderatorin Simone Franzke mit dem ARD-Reporter Manfred "Manni" Breuckmann gesprochen: "Man muss bei seiner Karriere zwei Bereiche vollkommen voneinander trennen. Seine Karriere als aktiver Fußballer und dann das, was hinterher kam, als Fußballfunktionär. Er ist ja auch Teil der FIFA-Exekutive gewesen, ein persönlicher Freund von Sepp Blatter, den er verteidigt, wann immer es nötig oder möglich ist, gegen alle Angriffe."

"Die große Leichtigkeit"

Weiter fügt Breuckmann an: "Seine Rolle bei der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 ist nach wie vor ungeklärt. Es fällt auf, dass er - in unmittelbarem zeitigen Zusammenhang mit der WM-Vergabe an Russland - Botschafter der Vereinigung der russischen Gasproduzenten wurde. Und er hat natürlich auch ein sehr sehr gutes Verhältnis zu Katar und unvergessen ist sein Zitat: 'Ich habe nicht einen einzigen Sklaven in Katar gesehen. Die laufen da frei rum.' Da fällt doch schon ein bisschen Schatten auf die Lichtgestalt Franz Beckenbauer."

Sportlich ist Breuckmann's Urteil klar: "Er ist möglicherweise der größte Fußballer, den Deutschland jemals hervorgebracht hat und das steht ganz eindeutig im Vordergrund. Es war die unglaubliche Eleganz, die von ihm ausging. Die große Leichtigkeit, die natürlich darüber hinwegtäuschte, dass es schon schwere Arbeit war auf dem Platz."

Das ganze Interview zum Nachhören:

Online-Redaktion: Peter Mühlfeit und Martina Schlick