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Der Verkauf von Silvesterfeuerwerk zum Jahreswechsel ist verboten. Damit gibt es dann zwar nichts leuchtend Buntes am Nachthimmel zu bestaunen – aber das hat auch Vorteile.

Zusammengefasst erspare uns das Verkaufsverbot von Raketen und Böllern jede Menge Müll und gesundheitsschädlichen Feinstaub, weiß SWR-Umweltredakteurin Sabine Schütze. Allein der Feinstaub mache nur in der einen Nacht mehr als 2000 Tonnen aus. Bislang waren Experten sogar von der doppelten Menge ausgegangen. Sie haben aber anhand aktueller Daten die Zahl nun nach unten korrigiert.

Besonders hohe und gefährliche Feinstaub-Konzentration

Trotzdem entsteht allein durch Silvesterböller schon ein Prozent der Feinstaubmenge, die im gesamten Jahr zusammenkommt. Da dieser Feinstaub innerhalb weniger Stunden entsteht und und dadurch hoch konzentriert in der Luft liegt, ist er gesundheitlich besonders problematisch. Durch das Feuerwerk werden innerhalb einer Stunde Spitzenwerte beim Feinstaub erreicht: Von bis zu 900 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft; der Grenzwert liegt bei 50. Und je nach Wetterlage kann besonders in Ballungsgebieten auch noch am ersten Januar die Luft voll damit sein.

Angriff auf die Atemwege

Die ultrafeinen Staubpartikel gelangen tief in die Lunge, teilweise sogar bis ins Blut und begünstigen Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen. Weil das Coronavirus ebenfalls die Atemwege angreift, kann der Feinstaub in diesem Winter besonders problematisch werden.

Schadstoff-Cocktail in der Luft und auf dem Boden

Feinstaub ist nur ein Teil des Problems. In den Raketen und Fontänen sind neben dem Schwarzpulver etliche andere Chemikalien wie Kaliumnitrat und Barium. Und die werden beim Abbrennen ebenfalls in die Luft geschleudert. Mit dem Feuerwerksnebel atmen wir auch diese Stoffe ein. Und sie sinken auf den Boden, gelangen so in die Umwelt.

Tonnenweise Feuerwerkskörper-Müll

Plastikkappen von Raketen und liegen gelassene Böllerbatterien verdrecken die Umwelt zusätzlich. Unmengen Feuerwerksreste liegen am Neujahrstag rum. Allein in den fünf größten deutschen Städten müssen die Abfallentsorger fast 200 Tonnen Silvestermüll von Gehwegen und Straßen sammeln. Regnet es, bevor etwa die leer geschossene Batterien entsorgt werden konnten, werden die daran haftenden Chemikalien abgewaschen und sickern ebenfalls in die Böden, gelangen so ins Grundwasser.

Ein Chihuahua-Pekinesen-Mix versteckt sich vor Silvesterknallerei  unter einer Couch. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa Themendienst | Daniel Maurer)
Viele Hunde verkriechen sich in der Silvsternacht unter Sofas, wenn die Knallerei los geht. picture alliance / dpa Themendienst | Daniel Maurer

Keine verletzten Menschen und keine Haus- und Wildtiere in Panik

Außerdem gibt es durch die Pyrotechnik zum Jahreswechsel immer tausende Verletzte. Aufgrund der Corona-Pandemie arbeiten Kliniken bereits jetzt an der Belastungsgrenze. Weitere Notfälle würden die Lage zusätzlich verschärfen. Durch die Raketen und Böller geraten außerdem Haus- und Wildtiere in eine Notsituation. Der Lärm und die blitzenden Lichter lösen oft Stress und Panik bei ihnen aus. Ohne Feuerwerk schonen wir in der Silvesternacht also nicht nur deren Nerven, sondern auch die Umwelt und unsere Gesundheit, meint SWR-Umweltredakteurin Sabine Schütze.

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