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Flugzeug wurde wegen RAF entführt Bundesregierung soll "Landshut" gekauft haben

Im Oktober 1977 wurde die Lufthansa-Maschine "Landshut" entführt und stand im Zentrum des politischen Weltgeschehens. Seit Jahren steht die Maschine in Brasilien und verrottet. Nun soll die Bundesregierung das Flugzeug gekauft haben.

Lufthansa-Flugzeug "Landshut"

Das Lufthansa-Flugzeug "Landshut" wurde im Oktober 1977 entführt (Archiv)

Die "Landshut" ist nicht mehr flugfähig und steht seit neun Jahren auf dem Flughafen von Fortaleza im Norden Brasiliens. Dort rottet sie im tropischen Klima vor sich hin. Die Pläne, das Flugzeug nach Deutschland zurückzuholen, scheinen aber konkreter zu werden.

Nach Informationen der ARD hat die Bundesregierung das Flugzeugwrack bereits gekauft. Ein entsprechender Vertrag ist offenbar schon vor einigen Wochen unterschrieben worden. Die Zeitung "Folha de S. Paulo" berichtet, die Bundesregierung habe dafür umgerechnet 20.000 Euro an den Flughafenbetreiber gezahlt. Die insolvente Fluggesellschaft, der die "Landshut" zuletzt gehörte, hat seit Jahren keine Standgebühren entrichtet.

40. Jahrestag der Entführung

Das Flugzeug soll spätestens bis November abtransportiert werden – optimalerweise bis Mitte Oktober. Denn am 13. Oktober jährt sich die Entführung der "Landshut" zum 40. Mal. Die Boeing 737 soll in einem Museum ausgestellt werden. Es stehe aber noch nicht fest wo. Mehrere Städte hatten Interesse bekundet, unter anderem Landshut und Flensburg.

Die Maschine wurde 1977 auf dem Höhepunkt des so genannten "Deutschen Herbstes" von vier palästinensischen Terroristen entführt, um Mitglieder der Roten-Armee-Fraktion (RAF) freizupressen. Das Flugzeit war unterwegs von Mallorca nach Frankfurt am Main. Vier Tage nach der Entführung stürmte die Spezialeinheit GSG9 das Flugzeug auf dem Flughafen von Mogadischu und befreite die Geiseln.

Ivo Maruschek, ARD-Redakteur Südamerika | Online: Katharina Kunz