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Bildungsverbände schlagen Alarm, weil Schulen in Baden-Württemberg weiterhin nicht für Fernunterricht ausgestattet sind. Bettina Fächer hat genug von Sonntagsrednern und fragt, warum Schulträger und Ministerien nicht loslegen.

Sechs Monate lang lebt Deutschland nun mit Corona – und mit zunehmender Dauer wächst meine Verärgerung. Sie wächst mit den Schwierigkeiten, die schulpflichtige Kinder und Jugendliche dabei hatten oder noch haben, trotz Corona angemessen unterrichtet zu werden. In den Worten einer Mutter aus dem Rhein-Neckar-Raum: „Schule kann man das ja nicht nennen.“

Digitalpakt: Lehrer und Schüler sollen digitale Medien künftig stärker nutzen, das Bild zeigt eine Lehrerin mit einem tablet in der Hand, die an einer Tafel Matheformeln schreibt (Foto: dpa Bildfunk)
Lehrer und Schüler sollen digitale Medien künftig stärker nutzen

Schämen wir uns eigentlich nicht für das erbärmliche Angebot, das unser Gemeinwesen jungen Leuten derzeit macht? Für dieses alte, analoge, überfrachtete Pflichtprogramm, in maroden Gebäuden mit unzureichender Ausstattung – oder mit vor sich hin rottendem Elektroschrott, wenn Computer ohne technischen Wartungsvertrag angeschafft wurden?

Bildung ist uns so wichtig!, so gehen seit Jahrzehnten die endlosen Sonntagsreden von Politikern, während es ewig gedauert hat, bis der Digitalpakt in die Spur kam – und bis sich zeigt, dass grundlegende, ganz konkrete Fragen kaum geklärt sind: Wer berät Schulen bei Anschaffungen, wer hält künftig ihre digitale Infrastruktur instand? Der belächelte computeraffine Lehrer-Nerd in seiner Freizeit sicher nicht mehr. Welchen Video-Streaming-Dienst wollen wir für Fernunterricht einsetzen – wenn es weder US-Dienste (fehlender Datenschutz) sein sollen noch engagierte Nischen-Anbieter (fehlende Serverpower)?

Vorbild: Corona-App-Anstrengungen

Wer will, dass in Deutschland nicht gilt, dass nach den Ferien vor den Ferien ist, der braucht jetzt schnell ein Äquivalent zur Corona-App-Anstrengung: Robuste digitale Player als Partner für Schulträger und Kultusministerien. Fachleute an einen runden Tisch für (eine) Streaming-Lösung(en). Belastbare Schulungen für Lehrkräfte statt Arbeitslosigkeit in den Sommerferien.

Denn dass unsere Kinder und Jugendlichen – unabhängig vom sozialen Status – unseren Einsatz brauchen, weil sie die Zukunft sind: darin sind all die Sonntagsreden-Politiker mit mir ja einig.

Wie schön. Dann kann’s ja losgehen.

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