Bitte warten...

"Faire Woche" Wie fair ist Fair Trade?

"Fairer Handel schafft mehr Transparenz" - unter diesem Motto läuft die "Faire Woche" bis zum 25. September. Der faire Handel boomt, aber es gibt auch Kritik.

Fairtrade-Artikel

Die Regale sind inzwischen voller Fair Trade-Produkte.

Von Umweltredakteurin Petra Haubner

Nur ein paar Cent mehr für eine schöne neue Welt. Das ist die Idee hinter Fair Trade. Wir zahlen ein bisschen mehr, dafür geht es dem Arbeiter in der Dritten Welt, der die Kaffeebohnen pflückt oder dem Bauer im Entwicklungsland, der die Biobaumwolle auf den Lastwagen wuchtet, deutlich besser.

Das Versprechen: "Fair" ist teurer als normal, damit genug Geld beim Produzenten vor Ort bleibt. Ohne die großen Zwischenhändler, die beim konventionellen Handel vor allem den Gewinn einstreichen. Das kommt an bei den Verbrauchern. Auch wenn Fair Trade noch eine Nische ist, wächst der Marktanteil trotzdem sprunghaft an.

Zuletzt gingen Fair Trade Waren im Wert von über 600 Millionen Euro pro Jahr über den Ladentisch – 23 Prozent Steigerung als in den Vorjahren. Das Fairtrade-Siegel klebt mittlerweile nicht nur auf Kaffee und Reis, die Produktpalette ist riesig. Klamotten, Möbel, Lebensmittel, Blumen, Reisen – fast alles und überall gibt es auch in Fair.

Ineffizientes System?

Angefangen hat das in den 1980ern in kleinen Läden. Mittlerweile findet der Verbraucher das Fairtrade-Siegel auch beim Discounter und in den großen Supermarktketten. Trotzdem gibt es immer wieder Kritik.

Das System sei ineffizient bemängeln britische Wissenschaftler zuletzt in einer groß angelegten Studie. Der Gewinn der Bauern würde durch die ganzen Zertifizierungskosten aufgefressen und die Löhne der Arbeiter seien teilweise niedriger als in den konventionellen Betrieben.

Die Lebensbedingungen verbessern sich

Gleichzeitig zeigen aber auch immer wieder Studien, dass sich durch Fair Trade die Lebensbedingungen vor Ort durchaus verbessern. Die Standards schreiben Mindestlöhne und Prämien vor, faire und menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Die Macher des Fairtrade-Siegels bessern immer wieder nach. Schritt für Schritt. So haben sie zum Beispiel auch auf die Studie reagiert und höhere Löhne für die Arbeiter festgesetzt.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Transparenz. Verbraucherzentralen zum Beispiel fordern regelmäßig mehr Transparenz. Es fehle eine EU-weite gesetzliche Regelung für fair gehandelte Produkte zum vollständigen Fair Trade Glück. Sind Lebensmittel zum Beispiel komplett aus einer Zutat - nehmen wir die berühmte Fairtrade-Kaffeebohne – dann ist das auch aus 100 Prozent fairem Handel.

Fair gemischte Zutaten?

Sind es aber gemischte Zutaten, wie bei Schokolade, muss nur ein Mindestanteil im Produkt fair sein, damit es sich mit einem Fairtrade-Siegel schmücken darf. Mehr Transparenz würde da zum Beispiel heißen, dass der genaue Fairtrade-Anteil in Prozentangaben auf die Schokolade gedruckt wird.

Aber auch wenn noch nicht alles perfekt ist, hat sich dank Fair Trade schon einiges getan für die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort. Der Faire Handel ist ein Prozess, der sich entwickelt und entwickelt. Es ist ein Weg zu einem alternativen Wirtschaftsmodell.

Fazit: Grundsätzlich ist Fair Trade eine gute Idee. Es braucht aber einheitliche gesetzliche Regelungen, die den fairen Handel unterstützen. Und: Es braucht mehr Zeit, um sich gegen das globale System und die oft schwierigen Bedingungen in den produzierenden Ländern durchzusetzen.

Online-Redaktion: Peter Mühlfeit