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10 Jahre Facebook Gefällt mir? Gefällt mir nicht?

Das Soziale Netzwerk Facebook hat vieles in unserem Leben und in unserer Kommunikation verändert - zum Positiven, aber auch negativ. Facebook kostet nichts, weiß aber alles. Können wir uns schützen? Wie geht es weiter mit dem Mythos Zuckerberg und der 150 Milliarden schweren Datenkrake?

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Handy mit Facebook von Messer durchstochen

Dem digitalen Dasein kann auch ohne Gewalt ein Ende gesetzt werden

"I hate Facebook. It always takes me down."

Wohl nur wenige zeigen ihren Hass auf Facebook so explizit wie die Teenie-Band Beach Buddies, die einen Song dazu aufgenommen und ins Internet gestellt hat. Allerdings gibt es immer wieder Berichte, dass Jugendliche Facebook in Scharen den Rücken kehren. Von drei Millionen jungen Nutzern weniger in drei Jahren schreibt die Marktforschungsfirma iStrategylabs mit Blick auf den US-Markt – das wäre ein Minus von 25 Prozent. Dabei wächst Facebook insgesamt weiter, hat inzwischen 1,2 Milliarden Mitglieder. Genau das könnte das Problem sein.

Scott beschreibt das so: Teenager wie er wollten einen Ort, wo sie ihre Gedanken teilen können – und niemand kriegt es mit außer denen, die es wissen sollen. Facebook sei nicht mehr der Ort dafür: Denn dort sei inzwischen einfach jeder. "Facebook is full of everybody."

Auch junge Nutzer sind vorsichtig

Facebook will sich neu erfinden

Facebook verliert die Jungen

Dazu kommt, dass sich natürlich auch unter amerikanischen Jugendlichen herumgesprochen hat, wie schnell ein voreiliger Eintrag für Stirnrunzeln bei Eltern, Lehrern oder später gar Personalchefs sorgen kann. Also sind die jungen Nutzer vorsichtig geworden.

Vor allem Mädchen, sagt Helena, versuchten, ihr Profil so zu schönen, dass es nicht sie selbst zeigt, sondern die Person, als die sie gesehen werden wollen. Und das mache sie krank, sagt Helena in ihrem Videoblog.

Snapchat und Instagram werden bevorzugt

So nutzen Jugendliche inzwischen verstärkt andere Netzwerke, etwa die Bilderdienste Instagram oder Snapchat. Während Facebook die Tendenz hat, Inhalte der Nutzer ewig zu speichern, können sie bei Snapchat nach ein paar Sekunden automatisch gelöscht werden – ideal zum Beispiel fürs "Sexting", sozusagen Telefonsex per SMS, garniert mit den passenden Bildern. Im Snapchat-Werbevideo spricht die junge Frau von "magischen", "pulsierenden" Momenten - schon klar.

Aufkaufen - Nein, Danke

Die Facebook-Chefs aber kriegen das alles natürlich mit und beobachten die Konkurrenz genau. Das erklärt, warum Firmengründer Mark Zuckerberg fast eine Milliarde Dollar geboten hat, als er den Bilderdienst Instagram aufgekauft hat. Für Snapchat sollen sogar drei Milliarden im Gespräch gewesen sein. Aber es heißt, Snapchat habe Facebooks Angebot dankend abgelehnt.

Die Datenkrake breitet sich weiter aus

Neben der Aufkauf-Strategie verfolgt Facebook noch eine weitere Taktik: Sich selbst unsichtbar zu machen. Zum Beispiel mit der Facebook Messenger-App für Smartphones, als Ersatz für die normale SMS. Wer Messenger benutzt, bekommt das eigentliche Facebook nie zu sehen – verwendet aber seine Kontakte dort, und bleibt als Kunde erhalten.

Oder der Login-Dienst: Mit meinem Facebook-Zugang kann ich mich inzwischen auch auf vielen anderen Websites einloggen, um zum Beispiel Kommentare zu hinterlassen. Damit wird Facebook zu einer Art Passamt fürs Internet - und krallt sich gleichzeitig mit tiefen Wurzeln ins ganze Netz hinein.

Facebook Paper statt Newsfeed

Zum zehnten Geburtstag hat Facebook "Paper" gestartet: Die App, zunächst nur in den USA und nur auf dem iPhone zu haben, zeigt Texte oder Bilder an, die meine Facebook-Freunde empfohlen oder eingestellt haben. Das Besondere: "Es sieht nicht wie Facebook aus", sagt Technik-Journalist Matthew Ingram beim Online-Sender TWiT. "Der typische Facebook-Look fehlt. Vermutlich sehen sie, dass die Leute immer weniger auf der Facebook-Seite den eigentlichen Newsfeed anschauen, und nun müssen sie einen Weg finden, das wieder in Ordnung zu bringen."

Zuckerberg und seine Facebook-Führungsriege sieht das Netzwerk als Zeitung der Zukunft. Das Problem, so der Journalist Leo Laporte: Die Nutzer verwenden Facebook meist für ganz andere Dinge. Sie wollen wissen, was ihre alten Klassenkameraden so machen, oder ihre Kinder und Enkel.

Facebook will sich selbst ersetzen

Zuckerberg

Mark Zuckerberg

Mark Zuckerberg ist selbst gerade mal 29. Er weiß: Nichts ist so alt wie das angesagte soziale Netzwerk von gestern. Facebook hat MySpace abgelöst, und nun will Facebook sich am liebsten selbst ersetzen. Oder, wie es Leo Laporte formuliert: Wenn Du vorankommen willst, musst Du bereit sein, Dir selbst Dein Geschäft wegzufressen.

Also hat Facebook eine kleine Firma in der Firma aufgesetzt, die Projekte wie "Paper" frei entwickeln darf. Eine Strategie, die schon ein anderer Silicon-Valley-Konzern mit Erfolg eingesetzt hat: Apple. Dort haben hauseigene Neu-Entwicklungen wie das iPhone und das iPad in wenigen Jahren die klassischen Apple-Computer als Umsatzbringer abgehängt. Zum 10. Geburtstag von Facebook ist also eines klar: Beim 20. Geburtstag wird bei Facebook wohl nichts mehr an das Netzwerk von heute erinnern.