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Europäische Zentralbank Wird der 500-Euro-Schein abgeschafft?

Er ist lila, man braucht ihn fast nie und deshalb möchte ihn die Europäische Zentralbank am liebsten aus dem Verkehr ziehen: Der 500-Euro-Schein. Was die EZB genau plant und warum.

Eine Frau nimmt einen 500 Euro Schein

Weniger Kriminalität und anonyme Transaktionen ohne den 500-Euro-Schein?

Tamara Land, SWR Wirtschaft und Soziales, berichtet

Schon mal versucht, im Supermarkt oder beim Bäcker mit 500 Euro zu bezahlen? Da wird einem höchstens ein schiefer Blick zugeworfen - im praktischen Leben hat der lila Schein einfach keine Bedeutung. Bei Geldwäsche und Schmuggelei hingegen schon. Zehn Fünfhunderter lassen sich besser in den Socken verstecken als 50 Hunderter. Genau deshalb will EZB-Chef Mario Draghi den 500-Euro-Schein abschaffen.

Deutsche Bundesbank widerspricht

Außenansicht: Europäische Zentralbank mit dem Eurozeichen in Frankfurt

Die Währungshüter diskutieren

Im EZB-Direktorium werde schon länger darüber diskutiert, sagte Draghi vor Abgeordneten des Europaparlaments. Für einen entsprechenden Beschluss müsste Draghi die Mehrheit der 19 Notenbankchefs auf seine Seite ziehen. In Deutschland hat er da schlechte Karten: Bundesbankpräsident Jens Weidmann bezweifelt, dass die Kriminalität sänke, wenn es keinen 500-Euro-Schein mehr gäbe.

Frankreich braucht keinen 500-Euro-Schein

Die französische Notenbank hingegen könnte sich auf die Seite von Draghi schlagen, in Frankreich war der 500-Euro-Schein schon von Anfang an umstritten. Denn ein entsprechendes Pendant gab es vorher nicht: Die größte Banknote war der 500-Franc-Schein, der war umgerechnet etwa 150 Mark wert.

International gibt es keine so großen Geldscheine

Auch außerhalb der EU hält man nichts von großen Banknoten: In den USA zum Beispiel ist bei der 100-Dollar-Note Schluss, der größte chinesische Schein, die 100-Yuan-Note, ist umgerechnet gerade einmal 14 Euro wert.

Sind große Scheine also wirklich nur etwas für Gauner, Betrüger und Terroristen? Diese Meinung scheint sich international durchzusetzen.

500-Euro-Schein für Kriminelle?

Ein 500-Euro-Schein wechselt den Besitzer

Große Scheine lassen sich besser verstecken oder schmuggeln

Gleichzeitig wird in Deutschland eine Diskussion über Obergrenzen für Barzahlungen geführt. Nach dem Willen der Bundesregierung soll diese Grenze bei 5.000 Euro liegen. Das zeigt, wie sehr Bargeld in Verruf geraten ist - obwohl die Mehrheit der Deutschen nach wie vor am liebsten Cash zahlt.

Auch Verbraucherschützer warnen: Das Ende des Bargelds wäre der Anfang der absoluten Kontrolle aller Bürger.

Online: Heidi Keller und Christine Scherer