arbeitszeiterfassung, eugh (Foto: SWR, imago images / Westend61)

Arbeitszeiterfassung EuGH-Urteil: Unternehmen müssen Überstunden besser erfassen

Der Europäische Gerichtshof hat heute entschieden, dass Unternehmen die Arbeitszeit der Mitarbeiter besser erfassen müssen. Auch deutsche Firmen sind davon betroffen.

Die Reichweite des Urteils aus Luxemburg ist enorm. Betroffen sind alle Unternehmen in Deutschland sowie alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Alle deutschen Unternehmen werden künftig Systeme einrichten müssen, die die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter penibel erfassen.

Nach Ansicht des EuGH ist das zwingend notwendig. Nur so könne man die Rechte der Arbeitnehmer schützen, so die Richter.

Dauer

Viele Überstunden werden momentan nicht dokumentiert

In vielen Betrieben wird heutzutage die Arbeitszeit nicht erfasst. Es wird also nicht dokumentiert, wann die Mitarbeiter in die Firma kommen und wann sie wieder nach Hause gehen. Das führt häufig dazu, dass die maximal zulässige Arbeitszeit überschritten wird.

Arbeitnehmerrechte sollen gestärkt werden

Orientiert man sich an den Vorschriften zum Arbeitsschutz, darf ein Arbeitnehmer in der Regel nur 48 Stunden pro Woche arbeiten. Zwischen den Arbeitstagen muss er eigentlich mindestens 11 Stunden Pause am Stück machen.

Genau hier setzt der EuGH an: Nur wenn die Arbeitgeber verpflichtet werden, die Arbeitszeit genau zu protokollieren, kann man sicherstellen, dass die Vorschriften eingehalten werden.

Auch die Arbeit zu Hause oder im Außendienst dürfte von der Entscheidung betroffen sein. Wer abends dienstlich telefoniert oder E-Mails schreibt, der arbeitet. Solche Tätigkeiten müssen streng genommen nun ebenfalls als Arbeitszeit erfasst werden.

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