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Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats kritisiert Corona-Privilegien als Spaltpilz der Gesellschaft. Mit ihrem Herz für die "Generation Greta" liegt Alena Buyx politisch voll im Trend, aber in der Sache leider daneben, meint Martin Rupps.

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats Alena Buyx kritisiert Corona-Lockerungen für Geimpfte und Genesene als Spaltpilz der Gesellschaft. Kinder, Jugendliche, Auszubildende und Studenten hätten einen doppelten Nachteil, denn sie seien nicht geschützt und dürften weniger. "Wir haben also ein echtes Solidaritäts- und Gerechtigkeitsproblem in unserer Gesellschaft und wir erleben eine soziale Spannung", so Alena Buyx in einem Interview.

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats Alena Buyx fürchtet angesichts von Corona-Privilegien eine Spaltung der Gesellschaft. Martin Rupps widerspricht. (Foto: Imago, IMAGO / photothek)
Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats Alena Buyx fürchtet angesichts von Corona-Privilegien eine Spaltung der Gesellschaft. Martin Rupps widerspricht. Imago IMAGO / photothek

Eine Gesellschaft ohne Spannungen ist wünschenswert, aber nicht möglich, möchte ich der Vorsitzenden zurufen. Die Politik kann nur versuchen, die dringlichen und gefährlichen zu lindern, damit der soziale Kitt hält. Dass Kinder nicht zur Schule und Jugendliche nicht zum Fußballtraining dürfen, ist traurig und belastet die Familien. Gleichwohl bleibt meines Erachtens richtig, dass nicht Kinder/Schüler/Auszubildende/Studenten die Gesellschaft tragen, sondern Erwachsene mit ihrer Arbeitskraft – wenn sie denn aktuell arbeiten dürfen.

Erwachsene, nicht Junge tragen die Gesellschaft

In den meisten Fällen füttern die Erwachsenen die Jungen durch. Die Erwachsenen tragen die Alten mit, die ihre Lebensarbeit erbracht haben. Vor dem Hintergrund dieser gesellschaftlichen Bedeutung halte ich es für selbstverständlich, dass gegen Corona geimpfte oder von der Krankheit genesene Erwachsene Privilegien erhalten. Um es auf den Punkt zu bringen: Ein selbstständiger Kleinunternehmer und Familienvater, der wenigstens ein paar Kunden zurück hat, ist in meinen Augen für die Gemeinschaft wichtiger als eine kinderlose, vielleicht auch noch Bafög-geförderte Studentin, der digitale Lehrveranstaltungen auf den Geist gehen.

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats macht einen Wunsch zum Vater ihrer Forderung. Sie setzt das Solidaritätsprinzip absolut ohne Rücksicht auf andere Werte. Mit ihrem Herz für die "Generation Greta" liegt Alena Buyx politisch voll im Trend - in der Sache leider ziemlich daneben.

Südwesten

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