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Erstmals seit zehn Jahren sucht die Europäische Raumfahrtagentur ESA ein neues Astronauten-Team. Besonders Frauen sollen sich bewerben, und auch Menschen mit Behinderung könnten ins All fliegen.

"Es ist Zeit, nach neuen Astronauten zu suchen und ich bin sicher, wir werden die besten finden."

ESA-Generaldirektor Jan Wörner

Wer schon immer mal ins All fliegen wollte, kann sich ab 31. März bei der ESA für den Astronauten-Job bewerben. Diversität ist der Raumfahrtagentur dabei offenbar ein wichtiges Anliegen. Die ESA ermutigt besonders Frauen, sich zu bewerben.

Vier bis sechs so genannte Karriere-Astronaut*innen werden gesucht: Sie werden fest angestellt und für Weltraummissionen fit gemacht. Außerdem sucht die Organisation bis zu 20 Astronautinnen und Astronauten als Reserve. Sie können dann für spezifische Missionen ausgewählt werden

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Eingereicht werden müssen zum Beispiel der Lebenslauf, ein Motivationsschreiben und eine medizinische Bescheinigung. Wer sich bewerben will, sollte einen Masterabschluss haben - etwa in Naturwissenschaften oder Medizin - und einige Jahre Berufserfahrung mitbringen.

Programm "Parastronaut": Mensch mit körperlicher Behinderung gesucht

Für diesen Reservepool ist die ESA auch explizit auf der Suche nach einer Astronautin oder einem Astronauten mit einem bestimmten Grad an körperlicher Behinderung. Das Programm heißt "Parastronaut". Die ESA will untersuchen, unter welchen Umständen der Kandidat oder die Kandidatin zur Internationalen Raumstation ISS fliegen kann.

Dazu gebe es noch viele unbeantwortete Fragen, sagte David Parker. Er ist ESA-Direktor für Astronautische und Robotische Exploration. Aber wenn man diese Fragen nicht stelle, bekomme man auch keine Antworten.

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst aus Künzelsau sprach auf Twitter zuletzt von einer "einmaligen Gelegenheit im Leben“.

Einmalige Gelegenheit im Leben. Zum 1. Mal seit 2008 sucht die @esa neue Astronauten und besonders auch Astronautinnen! Freue mich auf neue Kolleg*Innen im Korps. Jede/r von euch mit dem Traum sollte sich bewerben - das seid ihr eurem 80-jährigen Selbst schuldig! #YourWayToSpace https://t.co/5wVIEpC7ca

Gerst ermutigte diejenigen, die sich für den Job im Weltraum interessieren, sich nicht von den Voraussetzungen einschüchtern zu lassen. Er selbst habe auch gedacht, er habe "eh keine Chance, die suchen nur Supermänner und Superfrauen". Es habe ihn "selbst am meisten erstaunt, als ich dann genommen wurde", versicherte Gerst. Für ihn habe damit "ein tolles Abenteuer" begonnen.

Die Bewerbungsfrist für die Astronaut*innensuche endet am 28. Mai.

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