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Der Impfgipfel weckt Hoffnung auf mehr Klarheit und Verlässlichkeit. Die Bad Kreuznacher Landrätin Bettina Dickes erzählt von der "Sehnsucht" der Menschen nach dem Impfstoff. Für viele sei er wie eine Art von Erlösung.

Der Impfgipfel von Bund und Ländern soll für mehr Planbarkeit sorgen. Das wünscht sich die Landrätin im Kreis Bad Kreuznach, Bettina Dickes (CDU). Viele Menschen seinen auch aufgrund der Unsicherheit mittlerweile mit den Nerven am Ende. "Gefühlt waren wir doch alle schon im Januar geimpft, berichtet Dickes von der Gemütslage der Bad Kreuznacher.

In dem Landkreis liegt der Inzidenzwert derzeit bei 131,4. Nach der Stadt Frankenthal ist das der zweithöchste Wert in Rheinland-Pfalz. Vor allem in den Alten- und Pflegeheimen seien die Ansteckungsraten hoch, darüber hinaus gebe es aber auch sonst "bunt gestreut" viele Corona-Fälle. "Die Menschen warten tatsächlich sehnsüchtig auf den Impfstoff, weil man ihn ein bisschen auch als Erlösung von dieser Pandemie betrachtet", so Dickes.

"Kein Politiker der Welt kann Impfstoff produzieren, aber..."

Dass der Impfgipfel nicht mit einem Schlag alle Probleme lösen können wird, da macht sich die Landrätin keine Illusionen. "Es geht um das Thema der Kommunikation. Kein Politiker der Welt kann dafür sorgen, dass eine Firma mehr produziert, aber wenn mit dem heutigen Tag mehr Klarheit über Strukturen, über Zeitabläufe kommt, ich glaube das hilft schon ganz viel."

Derzeit sei es im Landkreis Bad Kreuznach so, dass nur noch Impfstoff für die Zweitimpfungen vorhanden sei. Vor allem in den Altenheimen seien diese bereits durchgeführt worden". Allerdings gebe es im Landkreis auch viele Formen des ambulanten Wohnens mit hochbetagten Menschen, dort hätten bislang kaum Impfungen stattgefunden. Viele Menschen hätten sich seit längerem für eine Impfung angemeldet, würden aber seit Wochen darauf warten. "Das heißt auch hier ist schon eine große Unruhe und eine Erwartungshaltung", so Dickes

Zuviel Emotionalität in der Debatte

Dennoch hat Landrätin Dickes auch Verständnis für den holprigen Impfstart. "Es gibt keine Wunder. Und wenn ein Impfstoff gerade erst zugelassen ist, dann würde uns eigentlich der logische Menschenverstand sagen, dass es so schnell gar nicht gehen kann. Da ist eben die Emotionalität in der Debatte", so Dickes. Deshalb sei jetzt so wichtig, für mehr Planbarkeit zu sorgen, um damit den Menschen die Hoffnung zurückzugeben.

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