Der Exoplanet K2-18b im Sternenbild des Löwen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/M. Kornmesser/ESA/Hubble/dpa)

Supererde im Sternbild des Löwen Erstmals Wasserdampf auf Exoplanet entdeckt

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Astronomen haben zum ersten Mal einen Exoplaneten entdeckt, auf dem Wasserdampf vorkommt. Leben könnte existieren, weil der Planet in der habitablen Zone seines Sterns liegt.

Die Supererde K2-18b befindet sich in jener Distanz, in der die fremde Sonne ihren Planeten gerade stark genug erwärmt, dass dort flüssiges Wasser vorkommen kann. Damit könnte auch Leben möglich sein. Solche passend temperierten Exoplaneten hat man schon mehrmals gefunden. Aber bislang fehlte der direkte Nachweis von Wasser.

So wurde Wasser auf der Supererde nachgewiesen

Der Nachweis von Wasser gelang bei K2-18b mit folgendem Trick: Das Weltraumteleskop Hubble beobachtete, wie die Supererde vor ihrem Stern vorüberzog. Der Gesteinskörper des Exoplaneten blockt dabei das Licht seines Muttersterns ein wenig ab.

Aber die den Exoplaneten umgebende Atmosphäre ist durchlässig für das Sternenlicht und filtert es sogar ein wenig. Die Art der Filterung hängt davon ab, welche Gase in der Atmosphäre des Exoplaneten enthalten ist. Im Fall von K2-18b war es eben erstmals Wasserdampf. Ob es dort auch flüssiges Wasser an der Oberfläche und damit Meere, Seen und Flüsse gibt, ist aber weiter unbekannt.

Trotz des Wasserdampfs in ihrer Luft ist K 18-2b kein wirklich guter Wohnort. Diese Supererde ist achtmal schwerer als unsere Erde. Ihre entsprechend größere Schwerkraft würde uns zu Boden drücken. Die Evolution hätte dafür gesorgt, dass wir uns wie Reptilien kriechend fortbewegen würden.

Supererde umkreist "super gefährliche" Sonne

Außerdem ist die Sonne von K2-18b ein Roter Zwerg. Das heißt, sie ist nicht sehr groß und nicht sehr hell. Aber Rote Zwerge erzeugen, vor allem in ihren Jugendjahren, gewaltige Strahlungsausbrüche, mit denen sie ihren Planeten die gesamte Atmosphäre entreißen können. Das ist im Fall von K2-18b zwar nicht geschehen. Aber für das Entstehen von Leben waren die Strahlungsstürme sicher auch nicht gerade förderlich.

Reise zu Exoplanet K2-18b unmöglich

Die wasserdampfende Supererde K2-18b liegt 110 Lichtjahre von unserer Erde entfernt im Sternbild Löwe. Mit einem Raumschiff ist sie nicht zu erreichen. Das im Frühjahr 2021 startende James-Webb-Weltraumteleskop wird aber in der Lage sein, K2-18b und viele weitere Exoplaneten genauer als bislang zu untersuchen. Dabei könnten die Wissenschaftler wirklich auf einer zu unserem Planeten passende, zweite Erde stoßen.

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