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Der türkische Präsident Erdoğan hat das Vorgehen griechischer Einsatzkräfte an der Grenze zur Türkei mit den Verbrechen der Nazis auf eine Stufe gestellt. Außerdem drohte er der EU, die Grenzen offen zu lassen bis alle seine Forderungen erfüllt seien.

Recep Tayyip Erdoğan wirft den griechischen Behörden vor, mit Gewalt gegen Flüchtlinge und Migranten vorzugehen. Für den türkischen Präsidenten gibt es keinen Unterschied zwischen den Bildern von der griechischen Grenze und den Verbrechen der Nazis.

"Was sie in den Nazi-Lagern gemacht haben, machen auch die Griechen im Namen des Westens, geradezu als bezahlte Beamte des Westens."

Recep Tayyip Erdogan

An der türkisch griechischen Grenze klagen Flüchtlinge zunehmend über eine unzureichende Versorgung durch die Türkei. Mehr zur Situation der Menschen dort hören Sie im Audio:

Seitdem Erdoğan Ende Februar die Grenze der Türkei zur EU geöffnet hatte, haben Tausende Menschen versucht nach Griechenland zu gelangen.

"Und sie töten auch. Das sind bezahlte Legionäre des Westens."

Recep Tayyip Erdogan

An der Grenze der Türkei zu Griechenland gehen die Behörden teilweise mit Tränengas gegen die Menschen vor. Die Türkei wirft dem Nachbarland vor, dass mindestens zwei Migranten erschossen wurden. Das weist die griechische Regierung jedoch zurück.

Erdoğan will Grenzen offen lassen

Erdoğan kündigte zudem an, die Grenze seines Landes zur EU so lange offen zu lassen, "bis alle Erwartungen der Türkei spürbar erfüllt sind". Zu diesen Erwartungen gehört die Wiederaufnahme der Gespräche über Visafreiheit für türkische Staatsangehörige bei Reisen in die EU, eine Modernisierung der Zollunion, weitere finanzielle Unterstützung und die Eröffnung neuer Kapitel für den EU-Beitrittsprozess.

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