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Am Morgen hat in Kroatien erneut die Erde gebebt. Schon seit mehreren Tagen wird die Region von heftigen Erdstößen erschüttert. Seismologen gehen davon aus, dass es weitere Beben geben wird.

Nach dem schweren Beben vom Dienstag mit mindestens sieben Toten ist die Region nahe Zagreb wieder von Erdstößen erschüttert worden. Mit Stärken von 4,8 und 4,6 waren sie deutlich schwächer als am Vortag. Von weiteren Opfern ist bisher nichts bekannt.

Viele Menschen in den am stärksten betroffenen Kleinstädten Sisak und Petrinja hatten die Nacht auf Mittwoch aus Angst vor weiteren Beben im Freien oder in ihren Autos verbracht

"Was noch nicht runtergefallen ist, ist jetzt heruntergefallen"

Das Beben am Dienstag war mit 6,4 eines der stärksten der vergangenen Jahre. Dabei waren die beiden Kleinstädte stark zerstört worden. "Was noch nicht von den Ruinen der Stadt heruntergefallen ist, ist jetzt heruntergefallen", sagte der Bürgermeister von Petrinja, Darinko Dumbovic, nach den jüngsten Beben im staatlichen Fernsehen.

Das Epizentrum des zweiten Bebens lag 45 Kilometer südlich der kroatischen Hauptstadt Zagreb. Dort und in anderen Orten rannten tausende Menschen ins Freie.

Städte schwer zerstört

Die Zentren von Sisak und Petrinja südöstlich der kroatischen Hauptstadt Zagreb würden in Trümmern liegen, berichteten kroatische Medien. In Petrinja mit rund 20.000 Einwohnern stürzten viele Wohngebäude ein.

Nach dem Erdbeben in Kroatien: Trümmer eines Hauses in Petrinja  (Foto: Imago, Luka Stanzl/PIXSELL via www.imago-images.de)
Nach dem Erdbeben in Kroatien: Trümmer eines Hauses in Petrinja Imago Luka Stanzl/PIXSELL via www.imago-images.de

Die Einwohnerin Marica Pavlovic meinte, das Beben habe sich schlimmer angefühlt als Krieg. Das sagte sie der Nachrichtenagentur AP.

"Sie wissen nicht, was Sie tun sollen - wegrennen oder sich irgendwo verstecken."

Bewohnerin Marica Pavlovic in Petrinja

Slowenien fährt nach Erdbeben Atomkraftwerk Krsko runter

Im benachbarten Slowenien wurde das Atomkraftwerk Krsko abgeschaltet. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, sagte eine Sprecherin der Anlage. Das Beben war in ganz Kroatien, aber auch in verschiedenen Regionen Österreichs, in Ungarn, Italien, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, sogar in Tschechien und der Slowakei zu spüren.

Die EU sicherte dem Mitgliedstaat Kroatien ihre Unterstützung nach dem "verheerenden Erdbeben" zu. Das EU-Katastrophenschutzteam sei "bereit, nach Kroatien zu reisen, sobald es die Situation erlaubt", schrieb EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf Twitter.

After another powerful earthquake in Croatia, the 2nd in the past 2 days, I spoke with Prime Minister @AndrejPlenkovic again. We are ready to support. I have asked @JanezLenarcic to stand ready to travel to Croatia as soon as the situation allows. We stand with Croatia.

Balkan wird regelmäßig von Beben erschüttert

Der Balkan liegt auf einer großen tektonischen Bruchlinie. Die Region wird regelmäßig von Beben erschüttert. Zuletzt hatte es in Kroatien im März ein starkes Erdbeben gegeben, damals mit der Stärke 5,3.

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