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Ende der Homöopathie-Weiterbildung

Meinung: Keine Homöopathie-Quacksalberei beim Arzt

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Stefan Giese
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Die Ärzteschaft in Baden-Württemberg rückt von der Homöopathie ab, während ihre Kollegen in Rheinland-Pfalz weniger Berührungsängste mit der unwirksamen Quacksalberei haben, meint Stefan Giese.

Globuli und andere homöopathische Mittelchen sind nach wissenschaftlichen Maßstäben wirkungslos. Unzählige Untersuchungen lassen keinen Zweifel daran, dass von ihnen höchstens ein Placeboeffekt zu erwarten ist. Neben den vielen Heilpraktikern hält das auch eine erstaunlich hohe Zahl von Ärztinnen und Ärzten im Südwesten nicht davon ab, nach einer „Weiterbildung“ mit der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ für sich zu werben. Allein in Baden-Württemberg haben derzeit 386 Ärztinnen und Ärzte das Recht dazu. Nun stehen die Chancen gut, dass diese Zahl ärztlicher Quacksalber zumindest nicht weiter steigt.

Baden-Württemberg

Keine homöopathischen Weiterbildungen mehr Baden-württembergische Ärztekammer stimmt gegen Homöopathie

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg will künftig keine homöopathischen Weiterbildungen mehr anbieten. Das Sozialministerium muss den Vorschlag noch prüfen.

Denn die Landesärztekammer Baden-Württemberg hat am Wochenende beschlossen, die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ aus der Weiterbildungsordnung zu streichen – vorausgesetzt, die Prüfung auf Verhältnismäßigkeit fällt positiv aus und das Landessozialministerium stimmt zu. In Rheinland-Pfalz hat die Ärztekammer im April vergangenen Jahres den entgegengesetzten Beschluss gefasst. Die große Mehrheit der abstimmenden Ärzte hatte offenbar kein Problem damit, Patientinnen und Patienten nach Grundsätzen zu behandeln, die sich jeder Logik entziehen. Wie etwa der, für wirksam erklärte Substanzen bis zur Unkenntlichkeit zu verdünnen und aus unerfindlichen Gründen trotzdem einen Effekt zu erwarten.

Dagegen ist es ein begrüßenswerter Akt der Vernunft, dass Vertreter der FDP einen erneuten Anlauf unternehmen, homöopathische Produkte nicht mehr als freiwillige Leistung von Krankenkassen bezahlen zu lassen. Deren Finanzlage ist ausgesprochen prekär, Einsparideen entsprechend gefragt. Den Rotstift da anzusetzen, wo aufgrund offensichtlicher Unwirksamkeit nicht viel auf dem Spiel steht, scheint mir eine gute Wahl zu sein.

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