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Elternbefragung Bessere Noten für Privatschulen

Halbjahreszeugnisse stellen die Weichen. Die Eltern fragen sich: Welcher Schulzweig, privat oder öffentlich? Was ist das Beste für mein Kind?

Schulgeld

Geld als Schlüssel zur Bildung?

Wenn es um die Frage geht, welche Schule Kinder besuchen, dann kommen Erziehungswissenschaftler schon seit Jahren zu einer fast trivial klingenden Aussage: Eltern wollen das Beste für ihr Kind. Das hat auch die Hamburger Schulforscherin Dagmar Killus beobachtet.

In Baden-Württemberg besucht jeder neunte Schüler eine Privatschule, in Rheinland-Pfalz jeder zwölfte.

Es gibt aber auch andere Gründe. "Für viele Eltern spielt auch eine Rolle, dass der Status der Familie gesichert ist", so Killus. "Das Kind sollte zumindest einen so guten Abschluss und Beruf wie die Eltern selbst haben."

Das Vertrauen in Privatschulen ist groß

In einer großangelegten Studie ist Killus der Frage nachgegangen: Sind Privatschulen besser als öffentliche Schulen? Das Vertrauen in Privatschulen scheint groß. 75 Prozent aller Privatschuleltern sind überzeugt, dass Kinder hier besser gefördert werden.

Schulklasse

Machen Privatlehrer den besseren Unterricht?

Sogar 95 Prozent sagen über Privatschullehrer, dass sie fachlich kompetent sind und einen besonders guten Draht zu den Schülern haben.

"Da kann man erkennen, dass die Privatschule anscheinend einige Vorzüge hat gegenüber den öffentlichen Schulen", so Killus. "Gerade im Bereich der individuellen Förderung auch leistungsschwächerer Schüler oder beim Einsatz neuer Unterrichtsmethoden schneidet die Privatschule besser ab als die öffentliche Schule."

Wenig Unterschiede bei den Klassengrößen

Auffällig ist, dass sich im Durchschnitt Klassengröße oder Ausstattung der Schulen kaum unterscheiden. Große oder kleine Klassen – Topausstattung oder eher mäßige – das gibt es an Privatschulen ebenso, wie an öffentlichen.

"Eine gute, individuelle Förderung ist kein Privileg von Privatschulen", sagt die Wissenschaftlerin. "Es gibt viele öffentliche Schulen, die das zeigen. Stichwort: Deutscher Schulpreis. Hier wurden in der Vergangenheit hauptsächlich öffentliche Schulen ausgezeichnet."

Weniger Unterrrichtsausfall

Schulsporthalle

Weniger Unterrichtsausfall bei den Privaten.

Eines aber bleibt: Eltern bewerten Privatschulen in vielerlei Hinsicht besser als öffentliche Schulen. Die Klassengemeinschaft sei besser, es würde weniger Unterricht ausfallen und die Aktivitäten, die über den Unterricht hinausgehen, wären besonders vielfältig.

In ihrer Studie kommt die Professorin für Unterrichtsforschung aber auch zu dem Schluss: Die Bezeichnung Privatschule sagt an sich nicht viel aus. "Die Daten zeigen ziemlich genau, dass man nicht von DER Privatschule reden kann", betont Killus. Es ist vielmehr so, dass sich zum Beispiel die kirchlichen Schulen von den öffentlichen Schulen kaum unterscheiden. Es sind doch eher Waldorfschulen oder Schulen mit anderer pädagogischer Prägung, die pädagogisch innovativ tätig sind."

Online-Redaktion: Peter Mühlfeit