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Heute gibt es wieder einen Autogipfel mit der Kanzlerin. Bekannt wurde schon, dass die verdoppelte Kaufprämie für Elektroautos länger als bis 2021 bezahlt werden soll.

Vor dem so genannten Autogipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe sich die Regierung mit der Autobranche und Fachministerien auf bestimmte Eckpunkte geeinigt, heißt es.

Dazu gehöre, dass die während der Coronakrise von 3.000 auf 6.000 Euro verdoppelte Kaufprämie für Elektroautos länger als geplant gezahlt werde: nämlich bis 2025 statt bis Ende 2021.

Verdoppelte Kaufprämie: hohe Nachfrage, Produktion kommt nicht nach

Sie gilt für Autos bis zu einem Kaufpreis von 40.000 Euro und wird durch eine Prämie der Hersteller in Höhe von 3.000 Euro ergänzt. Das hat die Nachfrage nach E-Autos so stark in die Höhe getrieben, dass die Autofirmen mit der Produktion teilweise nicht mehr hinterherkamen. Durch die Verlängerung der Kaufprämie über 2021 hinaus könnte sich der Käufer-Ansturm entzerren, so die Überlegungen.

Für Plugin-Hybride könnte die Prämie sinken oder wegfallen

Allerdings werde die Prämie ab 2022 in zwei Stufen gekürzt. Bei sogenannten Plug-in-Hybriden, die auch mit Benzin oder Diesel fahren, soll die Kürzung ab 2022 stärker ausfallen oder sogar ganz wegfallen. Die Details solle das Wirtschaftsministerium nach dem Autogipfel ausarbeiten, hieß es in Regierungskreisen.

Abwrackprämie für Lkw

Voraussichtlich werde es außerdem eine Abwrackprämie für ältere Lkw zugunsten moderner Euro-VI-Fahrzeuge geben. Hier geht es um Zuschüsse von bis zu 15.000 Euro pro Lastwagen. Das SPD-geführte Umweltministerium, das eher skeptisch war, werde hier wohl einlenken, sagten Regierungsvertreter.

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