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Ein Jahr Haft ohne Anklage Hoffnung auf Yücels Freilassung?

Die türkische Regierung macht Hoffnung auf eine baldige Lösung im Fall Deniz Yücel. Der Korrespondent der Tageszeitung "Die Welt" sitzt heute seit genau einem Jahr in der Türkei im Gefängnis.

Deniz Yücel, Türkei-Korresondent der Tageszeitung "Die Welt"

Wird Deniz Yücel nach einem Jahr aus dem Gefängnis entlassen?

Im Interview für die ARD-Tagesthemen sagte Ministerpräsident Binali Yildirm, nicht er treffe die Entscheidung im Fall Yücel sondern die Gerichte. Er hoffe aber, dass diese in kurzer Zeit eine Entscheidung träfen und Yücel frei käme. Das gesamte Interview mit dem türkischen Ministerpräsidenten wird am Abend in den ARD-Tagesthemen ausgestrahlt.

Belastetes Verhältnis zwischen Türkei und Deutschland

Morgen erwartet Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Yildirim zu einem Gespräch in Berlin. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, Yücel sei aus nicht nachvollziehbaren Gründen inhaftiert. Sein Fall belaste das Verhältnis zwischen der Türkei und Deutschland. Von der Organisation Reporter ohne Grenzen hieß es, dass immer noch keine Anklageschrift vorliege, sei eine Schande für die Türkei.

Mehr als 100 inhaftierte Journalisten in der Türkei

Amnesty International fordert die Türkei auf, Yücel sofort frei zu lassen und auch die anderen mehr als 100 inhaftierten Journalisten in der Türkei. Deniz Yücel hatte sich am 14. Februar 2017 der Istanbuler Polizei gestellt. Zunächst kam er in Polizeigewahrsam, dann wegen des Verdachts auf Volksverhetzung und Terrorpropaganda in Untersuchungshaft. Sein Fall beschäftigt inzwischen auch das türkische Verfassungsgericht und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Der 44-Jährige verfügt sowohl über die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft.

Von SWR-Korrespondent Christian Buttkereit | Online: Stefanie Jacob