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Wer im Krankenhaus arbeitet und eine Corona-Impfung ausschlägt, handelt egoistisch, meint Martin Rupps. Frauen und Männer kommen in eine Klinik, um geheilt und nicht um infiziert zu werden.

Keine Beförderung, Entzug von Führungsaufgaben, Kündigung in der Probezeit: Das droht Mitarbeitern des Klinikums Ludwigshafen, die eine Corona-Impfung ausschlagen. „Wer im Krankenhaus arbeitet und nicht geimpft ist, stellt eine Gefahr dar (…)“, erklärte Geschäftsführer Hans-Friedrich Günther im SWR. Kritik kommt vom Betriebsrat und den Gewerkschaften. In Frankreich und Griechenland gingen bzw. gehen Klinikmitarbeiter gegen eine staatliche Impflicht auf die Straße.

Fast das gesamte Klinikpersonal in Deutschland hat sich gegen Corona impfen lassen. Am Klinikum Ludwigshafen werden jetzt Sanktionen gegen Impfunwillige verhängt. (Foto: dpa Bildfunk, Andreas Arnold)
Fast das gesamte Klinikpersonal in Deutschland hat sich gegen Corona impfen lassen. Am Klinikum Ludwigshafen werden jetzt Sanktionen gegen Impfunwillige verhängt. Andreas Arnold

Ich kann nachvollziehen, dass Menschen ein freiwilliges Impf-Angebot nicht wahrnehmen wollen. Sie fürchten Nebenwirkungen und Langzeitfolgen. Unverständlich ist mir aber, wenn es sich um Arbeitskräfte im Krankenhaus handelt, die mit Patienten Kontakt haben. In diesem Fall steht nicht nur die persönliche Freiheit des Einzelnen in Rede, sondern der Gesundheitsschutz Dritter. Frauen und Männer kommen ins Krankenhaus, um geheilt und nicht um infiziert zu werden.

Klinik trägt Verantwortung für Patienten

Eine Klinikleitung würde unverantwortlich handeln, wenn sie nicht geimpfte Mitarbeiter zu Patienten ließe. Damit würde aber die ohnehin große Personalnot auf den Stationen verschärft. Ein Aderlass durch Impfgegner muss früher oder später dazu führen, dass ein Krankenhaus einen Teil seiner Leistungen nicht mehr anbieten kann.

Auch Impfgegner, die in Krankenhäusern arbeiten, berufen sich gern auf die Grundrechte. Sie meinen nur ihre eigenen. Tatsächlich handeln sie egoistisch. Denn meine Freiheit endet, wo die der anderen anfängt.

Ludwigshafen

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