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Das dritte Jahr in Folge ist es in Deutschland zu trocken. Besonders die Landwirtschaft und die Wälder leiden darunter. Der BUND warnt, die Wälder seien jetzt schon chronisch krank. Außerdem steigt die Waldbrandgefahr.

2018 war trocken, 2019 auch, und 2020 geht es genauso weiter – schlecht für die Landwirtschaft, aber auch für den Wald. Aktuell sei dessen Zustand schlechter als 1984 zum Höhepunkt des Waldsterbens, sagte Olaf Bandt, Chef des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). Die jetzige Trockenheit treffe also ohnehin schon geschwächte Bäume. Das könne nochmal deutlich schlimmere Probleme verursachen als in den vergangenen Jahren.

Besonders gilt das für Stadtbäume, die nochmal stärker unter Trockenheit leiden. Deshalb sei sowohl Klimaschutz nötig, als auch eine Reduzierung von Stickstoff aus Verkehr und Landwirtschaft, die die Wälder weiter schädigten, fordert Bandt.

Damit junge, nachwachsende Bäume und Nachpflanzungen eine Chance haben und nicht vom Wild zerstört werden, sei außerdem eine stärkere Jagd erforderlich. Das solle in die Neufassung des Bundesjagdgesetzes einfließen. Der BUND sei sich in diesem Punkt mit vielen Waldbesitzern einig.

Waldbrandgefahr steigt auf Gefahrenstufe 4 und 5

Kurzfristig droht dem Wald noch eine weitere Gefahr: Der Waldbrand. In zahlreichen Regionen Deutschlands herrscht derzeit hohe Waldbrandgefahr. Landesfeuerwehrverbände und Ministerien rufen Waldbesitzer zu Achtsamkeit auf.

(!) Tja, auch bei der #Waldbrandgefahr leider keine Entwarnung möglich. Seien Sie vorsichtig und informieren Sie sich über die Situation vor Ort mit der #Warnwetter-App oder bei https://t.co/TzSvkbAfEY /kis https://t.co/1HYlKZkXUE

In Brandenburg flächendeckend und in Sachsen-Anhalt regional gilt morgen die höchste Waldbrandgefahrstufe 5. Für Baden-Württemberg meldet der Deutsche Wetterdienst in weiten Teilen Warnstufe 4. Für Rheinland-Pfalz gilt sie für Gebiete in Rheinhessen und der Pfalz.

Besserung am Wochenende in Sicht

Zum Wochenende hin soll sich die Situation langsam entspannen: Es ist zwar noch kein Regen angesagt, aber der kräftige Wind lässt nach und die wärmer werdende Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen.

Klöckner: Klimawandel trifft Land- und Forstwirte

Die anhaltende Trockenheit in Deutschland beschäftigt auch die Bundeslandwirtschaftsministerin. Julia Klöckner (CDU) sagte, der Klimawandel treffe Land- und Forstwirte als erste. Sie werde die Situation genau beobachten. Denn ein weiteres Dürrejahr würde viele Betriebe hart treffen.

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