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400 Millionen Euro. Soviel hat die Bundesregierung für 200.000 Dosen von Antikörper-Medikamenten ausgegeben. Der Plan: Covid-19 Patienten vor schweren Krankheitsverläufen bewahren. Politiker und Infektiologen warnen.

Die Universitätsklinik in Hamburg-Eppendorf (UKE) geht voran. Ärzte wollen die von der Bundesregierung gekauften Corona-Antikörper-Medikamente der US-Hersteller Eli Lilly und Regeneron einsetzen. "Es ist angekündigt, dass die Medikamente in den nächsten Wochen im UKE ankommen werden. Wie viele Dosen und wann genau, ist bislang noch unklar", sagte die Leiterin der Infektiologie, Marylyn Addo, dem NDR.

Infektiologin Addo warnt vor zu hohen Erwartungen

Gleichzeitig warnt sie jedoch vor zu hohen Erwartungen. Zwar seien die Daten vielversprechend, aber "dass das nun das Medikament ist, dass den Schalter in der Pandemie umlegt und das nun das heilsbringende Medikament ist", sei nicht klar.

Ähnlich äußerte sich der FDP-Gesundheitsexperte und Infektiologe Professor Andrew Ullmann im SWR. Er hält den Einsatz von Antikörper-Medikamenten zwar grundsätzlich für "einen Baustein zur Hilfe, um mit dieser (Corona) Pandemie zurecht zu kommen." Allerdings nannte er den Kauf der Medikamente von den beiden Herstellern auch einen "PR-Trick des Bundesgesundheitsministers", da den Wirkstoffen noch die Zulassung fehle.

Patientendaten zu Studienzwecken auswerten

Im Moment lägen nur Daten vor, die zwar etwas über die Viruslast, jedoch nichts über die Krankheitsverläufe aussagten. Der Infektiologe betonte, die Antikörper des Medikaments bewirkten eine "passive Immunität", die jedoch nach wenigen Wochen verschwinde.

Medikamente bei Risikopatienten einsetzen

Er hält deshalb nichts davon, Ärzte und Krankenpfleger mit dem Medikament zu schützen, wie es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeschlagen hatte. Sinnvoll könne es sein, so Ullmann, das Medikament bei "Risikopatienten" einzusetzen, die noch nicht schwer erkrankt seien. Er forderte, diese Menschen "wie Studienpatienten zu behandeln und entsprechend aufzuklären." Die so gewonnenen Daten müssten ausgewertet werden, um einen Wirksamkeitsnachweis der Medikamente erbringen zu können.

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