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Das Wahl-ABC W wie Wählerwanderung



An einem Wahltag ist ja meistens ordentlich was los. Denn der Wähler an sich wird immer launischer. Mal wählt er die einen, mal die anderen, und ab und zu wählt er sogar überhaupt nicht. Ganze Heerscharen setzen sich in Bewegung und ziehen munter von Partei A zu Partei B. Oder ganz woanders hin. Nämlich ins berüchtigte "Nichtwählerlager". Dem Treffpunkt für alle, die entweder gegen irgendwas protestieren wollen oder denen Politik ganz einfach egal ist. 2009 zum Beispiel war die FDP ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Bei der SPD hieß es dagegen eher: Abmarsch.

Was da bei einer Wahl nun genau an Wanderungen passiert versuchen die Wahlforscher herauszufinden. Die Experten sprechen übrigens lieber von "Wählerstrom-Analyse". Klingt ja auch deutlich geschmeidiger.

Wie das Ganze funktioniert? Ganz einfach. Grundlage ist die sogenannte Wahltags-Befragung. Bundesweit füllen etwa 100.000 Wähler die gerade ihre Stimme abgegeben haben einen Fragebogen aus. Das Ganze natürlich streng anonym. Abgefragt wird unter anderem, welche Partei bei diesem und welche beim letzten Mal gewählt wurde. Außerdem interessieren sich die Wahlforscher für den Beruf und das Alter der Wähler. Auch zwischen Männern und Frauen wird unterschieden. Damit lässt sich dann für jede Partei ermitteln, ob ihre bisherigen Wähler diesmal abgewandert sind und wenn ja wohin. Oder ob sie anderen Parteien Stimmen abjagen konnte.

Für die Wahlkampfstrategen sind das natürlich wichtige Informationen. Denn die müssen sich schließlich darüber Gedanken machen, wie sie die abgewanderten Stammwähler beim nächsten Mal wieder zurücklocken können.

Autoren: Stephan Ueberbach/tk

Das Wahl-ABC