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Das Wahl-ABC V wie Verhältniswahlrecht



Das Wahlrecht in Deutschland ist eine Mischform: aus Mehrheitswahl und Verhältniswahl.

Bei der Erststimme gilt das Mehrheits-Wahlsystem. Das heißt, wer die meisten Stimmen bei der Wahl erhält, bekommt mit seinem Direktmandat auch einen Platz im Bundestag.
Bei der Zweitstimme wird nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Hier geht es darum, eine Partei zu wählen und keine Person. Die Zahl der Abgeordneten, die die Parteien nach der Wahl in den Bundestag schicken, wird danach berechnet, wie viele Stimmen die Parteien insgesamt erhalten haben. Also bekommt beispielsweise die CDU bei der kommenden Wahl 40 Prozent der Stimmen, dann stellt sie auch 40 Prozent der Parlamentarier.

Stimmen und Sitze im Bundestag stehen immer in einem direkten Verhältnis zueinander: daher kommt auch der Name Verhältniswahlrecht. Für die Bundestagswahl stellen die Parteien vor dem Wahltag Landeslisten zusammen. Darauf stehen Kandidatinnen und Kandidaten, die für ihre Parteien in das Parlament einziehen wollen, auch die, die ein Direktmandat anstreben. Bei der Zweitstimme entscheiden sich die Wähler jeweils für eine Liste von der Partei die sie unterstützen. Je mehr Stimmen eine Partei bekommt, desto mehr Menschen von den Listen werden dann Abgeordnete im Bundestag. In der Reihenfolge, in der sie auf den Wahllisten stehen.

Kommen die Piraten bei der Bundestagswahl auf 40 Prozent der Stimmen kann man durchaus sagen, dass ist aber verhältnismäßig viel, das hätte man denen so gar nicht zugetraut. Hat aber als Aussage - in dem Sinne - auch nichts mit dem Verhältniswahlrecht zu tun.

Autoren: Dirk Rodenkirch/tk

Das Wahl-ABC