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Das Wahl-ABC S wie Steuern



Steuern sind immer ein Superthema im Wahlkampf - und das Schöne für die Parteistrategen: Sie können ziemlich genau vorhersagen, wie die Wähler reagieren werden.

Was immer geht, ist: Im Wahlkampf Steuersenkungen versprechen und das dann später nicht einhalten. Das Versprechen von Steuersenkungen finden die Wähler prima - dass es danach nicht passiert - daran haben sie sich gewöhnt.

Was nie geht, ist: Steuererhöhungen versprechen. Das finden Wähler grundsätzlich doof - egal, wie viel Steuern sie selber zahlen.

Psychologen könnten vom mentalen Steuerparadoxon sprechen, wenn sie sich mit dem Thema beschäftigen würden: Den Wählern ist es völlig egal, was die Parteien ihnen zum Thema Steuern versprechen, weil sie es eh nicht glauben - sie wollen nur nicht, dass die Steuern erhöht werden. Also wählen sie denjenigen, der das nach ihrer Meinung am ehesten sicherstellt.

Mathematiker könnten dazu die E=C-HSxHV+CPS-Formel aufstellen: Ergebnis der Partei in den Umfragen gleich 100% minus Klammer auf Höhe des vorgeschlagenen Spitzensteuersatzes Mal Höhe der Vermögensabgabe Klammer zu, plus Charisma des Partei-Spitzenkandidaten auf einer Skala von minus 10 bis plus 10. Diese Erkenntnis ist nicht sonderlich neu und auch nicht besonders revolutionär - wir warten weiter gespannt, wann sie sich zu SPD und Grünen rumspricht. Die letzte Wahl hat zumindest nicht geholfen.

Autoren: Jan Seidel/tk

Das Wahl-ABC