Bitte warten...

Porträt Tabea Rößner (Grüne) Spezialistin für Medien und Menschenrechte

von Martin Heuser

Seit mehr als 30 Jahren ist die heute 50-jährige Mainzerin Tabea Rößner für die Grünen aktiv und deren medienpolitische Sprecherin. Mit einem persönlichen Traumergebnis zieht sie in den kommenden Wahlkampf.


Als Mitte Dezember vergangenen Jahres die Grünen ihre Landesliste für die Bundestagswahl im Herbst 2017 wählten, staunten viele Beobachter: Mit knapp 94 Prozent wurde Rößner erneut auf den ersten Listenplatz gewählt. Und sie hatte noch nicht einmal eine Gegenkandidatin, ebenso wie ihr männlicher Partner im Spitzenkandidaten-Duo, Tobias Lindner. Ein Novum bei den Grünen.

Liegt es nun an der persönlichen Wertschätzung für Rößner, die sich schon als Teenager in Menschenrechtsgruppen engagierte, grüne Stadträtin in Mainz war, den Landesverband fünf Jahre bis 2006 führte und 2009 schließlich das erste Mal in den Bundestag gewählt wurde? Oder spüren die Grünen, wie hart ihnen der Wind in diesem Wahljahr ins Gesicht bläst?

"Dieser Wahlkampf wird hart werden"

Im Gespräch mit "SWR Aktuell.de" prophezeit Rößner einen harten Wahlkampf für die Grünen. "Wir spüren es immer, wenn es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Kandidaten der großen Parteien kommt", sagt sie. Dann werde es für die Grünen immer schwer wahrgenommen zu werden. Zentrales Thema im Wahlkampf werde die Bekämpfung des Klimawandels sein. "Das Thema ist leider nicht überall auf der Agenda", so Rößner, "aber es wird von uns erwartet, dass wir es in den Fokus setzen." Ohne die Bekämpfung des Klimawandels "werden noch mehr Menschen zu uns kommen", sagt Rößner mit Blick auf die vielen Flüchtlinge aus Afrika.

Tobias Lindner, Tabea Rößner und Corinna Rüffer

Spitzenkandidaten der Grünen für den Bundestag: Tobias Lindner (Wörth), Tabea Rößner und Corinna Rüffer (Trier). (v.l.n.r.)

Ihr persönliches Steckenpferd ist die Medienpolitik und die ehemalige Journalistin hat sich als medienpolitische Sprecherin ihrer Fraktion in Berlin einen Namen gemacht und sitzt häufig in Gesprächsrunden zu den Themen Pressefreiheit, Fake-News und Hasskommentare. Bekannt wurde sie 2011 mit einem von ihr initiierten Normenkontrollverfahren zum ZDF-Staatsvertrag, mit dem der Einfluss der Politik in den Sendergremien zurückgedrängt werden sollte und das drei Jahre später in Rößners Sinne entschieden wurde.

Ein amüsantes Schmankerl am Rande: Ihr damaliger Gegenspieler, der Kölner Rundfunkrecht-Professor Karl Eberhard Hain, ist seit vergangenem Sommer der Mann an ihrer Seite. Im Sommer haben die beiden im Westerwald geheiratet.

Mit den beiden Töchtern aus einer früheren Beziehung wohnt sie in der Mainzer Oberstadt, die besonders vom Fluglärm durch den Frankfurter Flughafen betroffen ist. Deshalb findet man sie auch regelmäßig auf den Montagsdemos am Airport.

Tabea Rößner wurde 1966 in Sassenberg (NRW) geboren. Nach einem Studium der Musik- und Filmwissenschaft sowie Journalismus und Öffentliches Recht in Köln, Frankfurt und Mainz lebt sie seit 1992 in Mainz.

Die Wahl in Rheinland-Pfalz