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Porträt Patrick Schnieder (CDU) Ein "Eifelturm" im Bundestag

von Janek Rauhe

CDU-Landeschefin Julia Klöckner nennt Patrick Schnieder ihren "Eifelturm", weil er so groß ist und aus der Eifel stammt. Der 49-Jährige ist ein erprobter Krisenmanager und führt die Landes-CDU als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf.


Der CDU-Generalsekretär startet mit ordentlich Rückenwind in die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs. Mit fast 96 Prozent der Stimmen wurde Schnieder im März auf Listenplatz eins der rheinland-pfälzischen CDU gewählt. In seinem Bundestagswahlkreis Bitburg hat er vor 2009 und 2013 das Direktmandat gewonnen. Die Region gilt als CDU-Hochburg.

Dass er weiter dem Parlament angehört, dürfte als sicher gelten, auch wenn er sagt: "Wir haben keine Zeiten mehr, wo man 60 oder 70 Prozent der Stimmen holt." Vor vier Jahren holte Schnieder 56 Prozent der Erststimmen in seinem Bundestagswahlkreis und deklassierte seine Herausforderer.

Aufgewachsen ist er in Birresborn in der Vulkaneifel. Wegen seiner Größe von 2,02 Meter wird er "Eifelturm" genannt. Der studierte Jurist ist regional verwurzelt und seit langem kommunalpolitisch engagiert. Mit 16 Jahren trat er in die Junge Union ein. Als 21-Jähriger wurde er in den Verbandsgemeinderat Gerolstein gewählt, fünf Jahre später in den Kreistag Daun. Von 1999 bis 2009 war Schnieder Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld.

Wunschpartner FDP

Er selbst wünscht sich ein Ende der Großen Koalition mit der SPD und hätte lieber die FDP als Regierungspartner im Bund. Zu Kanzlerin Angela Merkel habe er ein "sehr professionelles Verhältnis", sagt Schnieder, räumt auf Nachfragen aber ein, dass er manchmal konservativer sei als sie. So hat ihm Merkels plötzlicher Atomausstieg nicht gefallen.

Als Krisenmanager im Einsatz

Patrick Schnieder und Julia Klöckner

An der Seite der Parteivorsitzenden Julia Klöckner: Generalsekretär Patrick Schnieder

Im Bundestag sitzt Schnieder für seine Partei im wichtigen Verkehrsausschuss und ist stellvertretendes Mitglied im Haushalts- sowie Rechtsausschuss. Derzeit ist der 49-Jährige aber vor allem als Krisenmanager gefragt, der erkennbar nach vorne statt zurückschauen will.

So würde er am liebsten die jüngste Affäre seiner Partei schnell hinter sich lassen: die illegalen Spenden des Ex-Geheimagenten Werner Mauss. Schnieder trat dafür ein, den Fall schnell zu Ende zu bringen: "Wir müssen gerade bei Spenden noch sorgfältiger vorgehen." Dabei sparte er nicht mit Kritik an seiner eigenen Partei: "Wir hätten das nie annehmen dürfen."

Wahlschlappe aufgearbeitet

Das Jahr nach der verlorenen Landtagswahl war für den Marathonläufer ein steiniger Weg - die CDU fuhr ihr schlechtestes Ergebnis ein. Trotz des Debakels: Schnieder zeigte sich loyal zu seiner Parteivorsitzenden Julia Klöckner. "Wir sind der Auffassung, an Dir hat es nicht gelegen", sagte er nach der Wahl. Dennoch war es für ihn auch die Zeit, die Schlappe aufzuarbeiten: "Wir sind in uns gegangen, haben in die Partei hinein gehört und intensive Gespräche geführt."

Seinen Einfluss in Berlin nutzt Schnieder vor allem, um Infrastrukturprojekte voranzubringen. So setzt er sich leidenschaftlich dafür ein, dass auf der Autobahn 1 die Lücke zwischen dem rheinland-pfälzischen Kelberg und dem nordrhein-westfälischen Blankenheim geschlossen wird. Auch den Breitbandausbau in der Eifel will er voranbringen. Das schnelle Internet soll der Region vor allem wirtschaftlich nutzen und Unternehmen anlocken.

In der Diskussion um die von der CSU vorangetriebene Pkw-Maut für ausländische Autofahrer zeigte sich Schnieder diplomatisch. Zwar sparte er nicht an Kritik, stimmte am Ende im Bundestag aber "unter großen Bauchschmerzen" für das Projekt. Er warb wiederholt für eine Sonderregelung für Grenzregionen. Der schnelle Austausch über die Landesgrenze etwa zu Belgien sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. "Deshalb sollte sich für die Menschen der kleine Grenzverkehr nicht verändern."

Patrick Schnieder wurde am 1. Mai 1968 in Kyllburg (Eifelkreis Bitburg-Prüm) geboren. Er ist verheiratet.

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