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Analyse Das sind die AfD-Hochburgen im Land

Auch in Rheinland-Pfalz ist die AfD der größte Gewinner der Bundestagswahl. Wo fuhren die Rechtpopulisten die größten Gewinne ein, welche Wähler konnten sie gewinnen?

Vor allem in Ludwigshafen, Frankenthal und Pirmasens haben die Rechtspopulisten ihre Hochburgen. Städte, in denen die Arbeitslosenquote höher ist als im Landesschnitt.

In Ludwigshafen und Frankenthal gaben 15,5 Prozent ihre Zweitstimme der AfD - mehr als in jeder anderen Stadt in Rheinland-Pfalz bei dieser Bundestagswahl.

Teilweise wählten im Süden doppelt so viele Leute die AfD wie im Norden. Aber unter der Fünf-Prozent-Hürde ist die Partei nicht mal dort gelandet, wo sie am schlechtesten abgeschnitten hat: nämlich in Mainz (7,3) und Trier (7,8). Mit etwas über 11 Prozent im Land ist die Partei aber rund zwei Prozentpunkte schwächer als im Bund.

Wer wählte die AfD?

Bei der Altersstruktur der AfD-Wähler wird deutlich, dass vor allem die 35- bis 44-Jährigen mit 16 Prozent ihr Kreuz bei den Rechtpopulisten machten. Ähnlich hoch ist der Wert bei den 25- bis 34-Jährigen mit 15 Prozent. Die übrigen Altersgruppen erreichen weniger hohe Werte.

"Es ist zu vermuten, dass es sich hier um einen Wähler handelt, der mitten im Berufsleben steht, ein Einkommen erwirtschaften muss und daher große Verlustängste vereinigt", sagt Politikwissenschaftler Thorsten Faas im SWR.

Gute Zahlen ohne Flüchtlingskrise

Mit 11,2 Prozent fährt die AfD fast das identische Ergebnis wie bei der Landtagswahl 2016 ein. Bemerkenswert, weil der Landtagswahlkampf 2016 mit dem Ergebnis von 12,6 Prozent ja noch unter dem Eindruck der hohen Zahl von Flüchtlingen stand, die 2015 nach Rheinland-Pfalz gekommen sind. Dieses Thema wurde damals als Hauptgrund für das gute Ergebnis der AfD bei der Landtagswahl identifiziert.

Jetzt zeigt sich aber: Auch bei sinkenden Flüchtlingszahlen holt die AfD in Rheinland-Pfalz ähnliche Ergebnisse. Das Forschungsinstitut infratest dimap hat rausgefunden, dass 60 Prozent der AfD-Wähler die Partei gewählt haben, weil sie von den anderen Parteien enttäuscht sind. An dieser Enttäuschung scheint sich also seit dem vergangenen Jahr wenig verändert zu haben.

AfD gewinnt vor allem Nicht-Wähler

AfD-Stimmenanteile nach Altersgruppen

AfD-Stimmenanteile nach Altersgruppen

So verlor die Union im Bund rund 1.070.000 Millionen Wählerstimmen an die AfD. Insgesamt verzeichnen jedoch alle Parteien Verluste in diese Richtung: bei der SPD wanderten 500.000 ab, bei der Linken 430.000, FDP 50.000, Grüne 40.000.

Die meisten Stimmen holte die AfD aber bei den Nicht-Wählern: Hier konnten sie rund 1.280.000 Millionen Stimmen einsammeln.

Junge wählten kleine Parteien, Alte die großen

Bei den Jung-Wählern kamen nach ersten Prognosen die kleinen Parteien gut weg. So kamen bei den unter 25-Jährigen 26 Prozent auf die Union, 20 auf die SPD, Grüne folgen mit 15, FDP 13, 10 AfD, 9 Linke. Bei den Wählern über 60 Jahre fällt das Ergebnis deutlich anders aus, hier sind weiterhin die großen Parteien hoch im Kurs: CDU 41, SPD 30, Grüne 5, FDP 10, AfD 8 und Linke 5.

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